§ 149. Rechtsgrundsätze hei Reallasten.
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von der herrschenden Lehre festgehalten 5 und in der Praxisdurchgesetzt 6 . In manchen Partikularrechten aber erhielt sichdas Erfordernis der Eintragung in öffentliche Bücher oder docheiner sie ersetzenden gerichtlichen Bestätigung 7 . Die neuereGrundbuchgesetzgebung machte auch da, wo sie für Grunddienstbar-keiten vom Eintragungszwange absah, die Entstehung einer Real-last oder doch ihre Wirksamkeit gegen Dritte von der Eintragungin das Grundbuch abhängig 8 . Nach geltendem Recht werdenReallasten durch Einigung und Eintragung bestellt 9 . Die Be-stellung ist natürlich nur wirksam, soweit sie nicht gegen einlandesgesetzliches Belastungsverbot verstöfst 10 .
3. Durch Ersitzung. Dem deutschen Rechte war eineErsitzung von Reallasten unbekannt. Nur Unvordenklichkeit er-setzte den Erwerbsgrund 11 . Doch war an Reallasten, da sie denGegenstand einer liegenschaftliehen Gewere bildeten, eine rechteGewere möglich. Nach der Rezeption wurden vielfach die Regeln
Z. f. D. R. XI 450 ff., ferner Gen gl er, Lehrb. § 71, Gerber § 170,Bluntschli §91, Stobbe § 108, O.L.G. Karlsruhe u. R.Ger. b. Seuff. XLIIINr. 130.
B Al brecht, Krit. Jahrb. a. a. 0. S. 322 ff., Maurenbrecherl§ 323, Phillips §119, Walter §152 11, Friedlieb S.224ff., Roth, D.P.R.§ 285 Z. 2, Lehmann b. Stobbe § 140 Anm. 5.
6 R.Ger. XVI Nr. 27; Obst. L.G. f. Bayern b. Seuff. L Nr. 27; Seuff.XVII Nr. 269, XXXV Nr. 47. — Nur, soweit ein Gewohnheitsrecht nach-weisbar sei, wie bei der bäuerlichen Leibzucbt, Seuff. XXXVI Nr. 207; vgl.auch XI Nr. 273.
7 Worms. Ref. V, 1, 1 fol. 97 a; Frankf. Ref. II, 3 § 21.
8 Zur Entstehung bedarf es der Eintragung nach Österr. Gb. § 445,Sachs. Gb. § 506 (u. schon Ges. v. 1843), Altenb. H.O. § 13, Meckl. St.B.O.§ 1, 2, 11, Anhalt. G. v. 1877 § 4, Braunscbw. G. v. 1878 § 14, Reufs ä. L. G.v. 1873 § 36, Reufs j. L. G. v. 1858 § 3, Schaumb. G. v. 1884 § 13; ebenso beiRenten nach Hamb. G. v. 1868 § 28, Lüb. G. v. 1880 § 29, Rudolst. G. v. 1856§ 3. Nur zur Wirksamkeit gegen Dritte nach Preufs. E.E.G. § 12, Württ.Pf.G. Art. 15, Weim. Pf.G. § 137, Oldenb. G. v. 1876 § 11, Kob.-Goth. G. v.1877 § 12, Mein. G. v. 1882 Art. 1—2, Lipp. G. v. 1882 § 11, Sondersh. G. v.1882 (ausgenommen bei bäuerlichen Reallasten), Waldeck. G. v. 1881 § 12. —Nach dem Bayr. G. v. 1. Juni 1822 § 22 ff. ist die Eintragung nur zur Er-haltung der Priorität gegenüber den Hypothekengläubigern erforderlich.
9 Testament und landesgesetzlicher Titel (oben § 148 S. 719) geben nureinen Anspruch auf Bestellung durch dinglichen Vertrag und Eintragung. DafsAblösungsrenten nach Landesrecht der Eintragung nicht bedürfen, ist schonerwähnt; oben § 148 S. 714 Anm. 54.
10 Oben § 148 S. 715 Anm. 75—80.
11 Oben Bd. I 317 Anm. 43.
Biliding, Handbuch. II. 3. II: Gierke, Deutsches Privatrecht. II.
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