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2 (1905) Sachenrecht
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§ 137. Fruchterwerb.

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verdientes Gut dem gebühren, der sie durch die Aufwendung vonArbeit und Kosten hervorgebracht hat:Wer säet, der mähet * 2 .Die Früchte sind verdient, sobald die Bestellungsarbeit vollendetist: Getreide, wenn es ausgesät ist und die Egge das Land be-strichen hat; Gartenfrucht, wenn gesät und geharkt ist; Obst undWein, wenn der Tag herangekommen ist, an dem die Frühjahrs-p liege als getan gilt 3 . Doch erwirbt die Früchte nur, wer in Aus-übung eines Rechts oder in gutem Glauben an ein solches Rechthandelt; wer wissentlich oder nach Eintritt der Rechtshängigkeitfremdes Land bestellt, verliert Aussaat und Arbeit 4 * . An der ver-dienten Frucht erlangt der Besteller schon vor der Trennung einfestes Recht, das als gesondertes Eigentum oder doch als dinglichesAnwartschaftsrecht erscheint 6 . Mufs er oder sein Erbe das Gutvor der Ernte herausgeben, so fallen ihm gleichwohl die schonverdienten Früchte nach der Trennung zu. Diese Grundsätzekamen in allen Fällen zur Anwendung, in denen ein Nutzungsrechtim Laufe eiues Wirtschaftsjahres erlosch oder ein redlicher Besitzdem besseren Recht weichen mufste 6 . Sie wurden auch auf

Inst. II 195 ff. Beseler, D.P.R. § 87 III. Stobbe-Lehmann II § 130.Göpppert, Uber die organischen Erzeugnisse, Halle 1869. Pernice, I.abeo(2. Aufl.) II 347 ff. Karlowa, Rom. R.G. II 347 ff. Windscheid I § 186.Dernburg, Pand. § 78 u. 205. Reichel, Jahrb. f. D. XLII 205 ff.Förster-Eccius, Preufs. P.R. § 173. Ilanda, Eigentum § 14. Zacliariae-Crome I 483 ff. Erdmann, Liv.-, Estli. u. Kurl. P.R. II § 138.

2 Sachsensp. II Art. 46, 58, III Art. 76 § 35; Schwabensp. (I<.) c. 129,211, 217, 218; Rechtsb. n. Dist. II, 5 dl; Purgoldt II 88.

3 Nach Sachsensp. II Art. 58 § 2 der S. Urbanstag (25. Mai). Werblofs gepflügt hat, verliert, wenn er das Gut herausgeben mufs, seine Arbeit;Sachsensp. II Art. 46 § 1 (Schadenersatzanspruch hat er nur gegen den, derihm fremdes Land verpachtete).

4 Sachsensp. II Art. 46 § 2 (sve so dat land saiet under der klage, die

verliiset sin arbeit u. sine sat dar an); Schwabensp. c. 211.

6 Die ursprüngliche Auffassung ist zweifellos die, dafs besonderes Eigen-tum besteht; Heimbach a. a. 0. S. 282, Schlick a. a. 0. S. 22, Heuslera. a. 0. S. 196, Erdmann a. a. 0. S. 158; oben § 103 S. 40. A. M.Stobbe, Beiträge S. 67 ff. Über die Zurechnung zur Fahrnis oben § 101Anm. 14.

6 So nimmt das verdiente Gut der Allodialerbe, wenn das Lehn an denLehnsfolger oder den Herrn fällt; der Ehemann, der das Gut der Frau ihrenErben herausgeben mufs (Sachsensp. III Art. 76 § 3, Schwabensp. c. 149); derErbe des Ehemanns an dem Leibzuchtgut der Frau (Schöffenspr. b. Wasserscli-leben, Prinzip der Succ.Ordn. S. 181); der Pfandbesitzer, wenn derSchuldner das Pfand einlöst (Mon. Boica XXXVIII Nr. 79); der Käufer, derdem AViederkäufer weichen mufs (Urk. v. 1325 b. Schuck S. 28); der vom