§ 128. Die Enteignung.
485
tvert 94 . Allein, da der Enteignete nicht verkaufen will, kann erauch den Ersatz eines höheren subjektiven Werts, den die Sachefür ihn hat, verlangen 9S . Nur kommt lediglich der Vermögens-wert, nicht der ideelle Wert oder der Wert der besonderen Vorliebe inBetracht 96 . Darum hat der Enteignete Anspruch auf den Ersatzdes aus der bisherigen Benutzungsart der Sache für ihn sich er-gebenden Gebrauchswerts 97 . Und er kann darüber hinaus denErsatz des Vermögensschadens fordern, den er in ursächlichemZusammenhänge mit der Enteignung erleidet 98 . Zum Schadengehört auch der entgangene Gewinn 99 . Handelt es sich um eine
94 A uch der Annehmlichkeitswert kommt insoweit in Betracht, als er denVerkaufswert erhöht. Häberlin S. 186, G. Meyer S. 281, Grünhut S. 101,Rohland S. 66, Praääk S. 151 1mm. 2, Eg er I 122 ff., Lay er S. 507. Obder Enteignete unentgeltlich erworben hat, ist gleichgültig; R.Ger. XXXVIINr. 80.
96 B e s e 1 e r § 90 Anm. 60, G. M e y e r S. 271 ff., S t o h b e S. 521, T r e i c h 1 e rS. 253, R o h 1 a n d S. 55 ff., S c h e 1 c h e r, Rechtswirk. S. 191 ff., L ay e r S. 506 ff.Nach Preufs. L.R. I, 11 § 9 den „aufserordentlichen Wert“. So auch nachPreufs. G. § 8; vgl. Dernburg I § 34, Förster-Eccius II § 131, DalckeS. 57, R.Ger. V Nr. 68, XXXII Nr. 73; a. M. Eger I 123, 154 ff. — Bei derdeichrechtlichen Enteignung wird nach Preufs. Deichges. § 20 nur der gemeineWert ersetzt; sie trifft aber auch nur Genossen.
98 Beseler a. a. O., Häberlin S. 185, Rohland S. 66, G. MeyerS. 281, Thiel S. 24, Grünhut S. 101, PraZäk S. 151, Dalcke S. 55, EgerI 157, Seydel S. 637 Anm. 2, Schelcher a. a. 0. S. 223, Layer S. 522.Einige Gesetze sagen dies ausdrücklich; Rohland a. a. 0. Anm. 3.
97 Grünhut S. 103 ff., Rohland S. 66 ff, Prazäk S. 154, Schelcher,Komm. S. 260 ff.; Bayr. G. Art. 5, Hess. Art. 11, Sondersh. § 16; Seuff. XXNr. 35; R.Ger. XXXII Nr. 73, LVI Nr. 23; abweichend Eger I 134ff. — Nachvielen Gesetzen aber (Preufs. § 10, Württ. Art. 12, Bad. § 9, Anh. § 9, Sondersh.§ 11) wird die bisherige Benutzungsart nur bis zu dem Geldbeträge berück-sichtigt, der erforderlich ist, damit der Eigentümer ein anderes Grundstückin derselben Weise und mit gleichem Ertrage benutzen kann; vgl. R.Ger.XLVNr. 66.
98 Neuere Gesetze bestimmen [ausdrücklich, dafs aller weiterer Schade,welcher dem Eigentümer infolge der Abtretung in seinem übrigen Vermögenerwächst, zu ersetzen ist; so Württ. G. Art. 9, Sachs. G. § 22, Bad. § 7,Sondersh. § 10, Hamb. § 6. Ebenso Bayr. G. Art. 5 (jedoch mit Begrenzungdes Ersatzes für Erwerbsschaden auf höchstens 30 v. H. des Schätzungs-werts des Grundstücks; Seydel S. 639). Gleiches ist aber überall anzu-nehmen; Grünhut S. 103ff., Häberlin S. 186 ff., Rohland S. 74 ff., PrazakS. 159, Layer S. 516 ff; a. M. Eger I 154 ff. Somit sind z. B. zu ersetzen:Geschäftsnachteile, Umzugskosten (R.Ger. XXXII Nr. 73), Ausfall von Mietewegen drohender Enteignung (R.Ger. XXXI Nr. 45, XLIII Nr. 86), Entschädi-gungsleistung an Dritte (oben Anm. 83) usw.
99 Häberlin S. 187, Treichler S. 133, Thiel S. 28, G. Meyer