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Drittes Kapitel. Das Eigentum.
Umfange vorkommende Hammerschlags reckt oder Leiter-recht, kraft dessen der Nachbar behufs Herstellung, Reinigungoder Wiederherstellung von Bauten oder anderen Anlagen denfremden Boden betreten, ein Gerüst darauf setzen und den Ab-fall darauf werfen darf 102 . So auch das Schaufelschlags-recht, das den Eigentümer eines Flusses, Baches oder Grabensverpflichtet, die für den Betrieb einer benachbarten Mühle oderanderen Anlage erforderliche Räumung des Gewässers und dievorläufige Ablagerung des Schlammes auf seinem Ufergelände zudulden 103 .
10. Mancherlei Einschränkungen erfährt das Grundeigentumdurch das nachbarliche Grenzrecht 104 .
a. Das Grenzrecht zielt zunächst auf gehörige Grenzfest-stellung. Soweit die Grenzen unstreitig sind, besteht unterNachbarn ein gegenseitiger Abmarkungsanspruch, der sichauf die äufsere Sichtbarmachung der Grenze richtet. Nach dem
§ 240 Anm. 8; Lang, Württ. Sachenr. § 25 Anm. 17; Worms. Ref. Y, 4 t. 24;Zürcli. Gb. § 143 (577), Schaffhaug. § 519, Basel.-Städt. Nackbarr. § 7—8 undandere Schweiz. Ges. b. Huber III 312 ff. Aufrecht erhalten wird das An-wenderecht, soweit es herkömmlich ist, im A.G. f. Bayern Art. 76, Weimar§ 115, Meiningen Art. 15 § 2, Rudolst. Art. 72, Reufs j. L. § 71; nach Orts-statut im Kob.-Goth. A.G. Art. 24 § 7. Doch erlischt es nach Bayr. G. Art. 79,Meining. Art. 15 § 2 u. Reufs. j. L. § 71 durch zehnjährige Nichtausübung,nach Weim. § 116 ebenso und überdies durch schriftlichen Verzicht.
102 Mittermaier § 167 IV 7—8; Maurenbrecher I § 263 Anm. 4;Roth, Bayr. C.R. § 128 Anm. 7, D.P.R. § 240 Anm. 7; Stobbe-Lekmann§ 101 Anm. 16. Seuff. V Nr. 107. Wormser Ref. V, 4 t. 13. Preufs. L.R.I, 8 § 155; dazu Förster-Eccius III § 170 Anm. 62, Dernburg § 221 Z. 5.Bayr. Entw. III Art. 97. Sachs. Gb. § 350. Lübecker Bauordn. v. 23. Mai1881 § 70. Zürch. Gb. § 163 (594), 183—186 (613—616), Bündner § 246 undandere Schweiz. Ges. !b. Huber III 303 ff. Manche halten das Hammerschlags-recht für gemeinrechtlich; so Holzschuher, Theorie § 91 Anm. 12 d; da-gegen Hesse a. a. O. § 117. In Württemb. ist es durch Ges. v. 26. März 1862beseitigt. Dagegen ist es durch die A.G. zum B.G.B. in Hessen (Art. 83—84)und den sächsisch-thür. Staaten (Weim. Art. 115, Anh. Art. 43, Kob.-GothaArt. 24 § 1, Altenb. § 70, Mein. Art. 15 § 1, Rudolst. Art. 71, Sondersh. Art. 31§ 2—3, Reufs ä. L. § 97, j. L. § 69) allgemein anerkannt und geregelt. Ent-standener Schade mufs überall ersetzt werden.
103 Seuff. II Nr. 145, XVII Nr. 9; Emminghaus S. 196 Nr. 24; Roth,Bayr. C.R. § 128 Anm. 9 u. 12, D.P.R. § 240 Anm. 9; Stobbe-Lekmann§401 Anm. 16.
104 Dernburg, B.R. III § 85, 87, 71. Cosack § 210 XI u. XII. Rönne-berg, Arch. f. b. R. XI 119 ff., 251 ff. F. Höniger, Die Grenzstreitigkeitennach deut. b. R., Berlin 1901. Planck, Bier mann, Kober zu B.G.B. Art.919 bis 923. W. Müller a. a. O. S- 86 ff.
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