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2 (1905) Sachenrecht
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§ 126. Das Nachbarrecht.

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B.G.B. kann jeder Grundeigentümer von dem Eigentümer einesNachbargrundstücks verlangen, dafs er zur Errichtung festerGrenzzeichen und, wenn ein Grenzzeichen verrückt ist oder un-kenntlich geworden ist, zur Wiederherstellung mitwirke 105 . DieArt der Abmarkung und das Verfahren bestimmen sich nachLandesrecht oder Ortsgebrauch 106 . Gegen den Nachbarn, der dieMitwirkung verweigert, kann auf Erfüllung seiner Mitwirkungs-pflicht und somit auch auf Beteiligung an dem landesgesetzlichvorgeschriebenen oder ortsüblichen Abmarkungsverfahren geklagtwerden 107 . Soweit die Grenzen streitig sind, greift der vom Ab-

106 B.G.B. § 919 Abs. 1 (die Kosten sind nach Abs. 8 im Zweifel ge-meinsam zu tragen; der Anspruch ist nach § 924 unverjährbar). Der Ab-markungs- oder Grenzerneuerungsanspruch entspricht dem bisherigen Hecht;Preufs. L.R. I, 17 § 398 ff., vgl. Dernburg I § 216 Z. 2; Code civ. Art. 646,vgl. Zachariae-Crome § 173; Sachs. Gb. § 364; gemeinrechtl. Praxis b.Dernburg, Pand. I § 229 Anm. 18. Vgl. Österr. Gb. § 850 (auch § 845),Krainz II § 418, Randa, Besitz S. 255ff.; Zürch. Gb. § 166 (596), Bündner§ 240, andere Schweiz, b. Huber III 246 ff. Weitergehende landesrecht-liche Vorschriften, die den Eigentümer zur Herstellung und Instandhaltungbestimmter Grenzanlagen gegen den Nachbar oder mit dem Nachbar ver-pflichten, bleiben in Kraft. So vielfach ältere deut. Quellen; Gierlce, Gen.R.

II 217 ff. Württ. A.G. z. B.G.B. Art. 224, dazu über Beschaffenheit von Zäunenund Mauern Art. 228, sowie Anh. A.G. Art. 39. Code civ. Art. 663 (nachbarrecht-licher Anspruch auf Herstellung einer gemeinschaftlichen Scheidemauer von be-stimmter Höhe bei städtischen Grundstücken, vgl. Zachariae-Crome § 174,Köhler, Ges.Abh. S. 202 ff.); in Elsafs-Lothr. durch A.G. § 69 festgehalten,sonst für Deutschland beseitigt, auch für Preufsen (A.G. Art. 24, vgl. Bayr.A.G. Art. 70, Bad. Art. 14). Österr. Gb. § 858. Meist ist indes heute dieUmfriedigungspflicht Ausflufs eines öffentlichrechtlichen Gebots; oben § 126Anm. 45.

106 Die meisten Landesgesetze kennen ein besonderes nichtstreitiges Ab-markungs- (Grenzerneuerungs- oder Versteinigungs-) Verfahren zum Zweckebehördlicher Feststellung und Bezeichnung der Grenzen. So Preufs. L.R. I, 17§ 383 ff., vgl. Dernburg I § 216 Z. 2; Bayr. Vermarkungsges. v. 16. Mai 1868,vgl. Seydel, Bayr. Staatsr. V 583 ff., A.G. z. B.G.B. Art. 156; Württ. Ges. v.23. Juli 1877; Gr. Hess. G. v. 23. Okt. 1830 mit A.G. Art. 90; Kob.-Goth. Ges.v. 15. Juli 1882; Meining. Ges. v. 14. Apr. 1882; Sondersh. G. v. 21. Sept. 1869mit A.G. z. B.G.B. Art. 30; Altenb. A.G. § 72; Elsafs-Lothr. Ges. v. 21. Nov.1875; andere Ges. b. Roth, D.P.R. § 230 Anm. 19, G. Meyer, V.R. I § 105,Höniger S. 83 Anm. 13. Ebenso Österr. Gb. § 850, vgl. Randa, BesitzS. 255 ff. Schweiz. Ges. b. Huber III 246 ff.

107 Dies ist nach B.G.B. § 919 unzweifelhaft; vgl. Höniger S. 45 ff.Ebenso war nach preufs. R. eine von der Grenzscheidungsklage verschiedeneGrenzerneuerungsklage gegeben; Dernburg I § 216 Anm. 22; a. M. Eccius

III § 182. Im gemeinen Recht suchte man durch Ausdehnung der actio finiumregundorum zu helfen; Seuff. XX Nr. 33, XXVI Nr. 13, XXX Nr. 5.