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2 (1905) Sachenrecht
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§ 126. Das Nachbarrecht.

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dem vorbehalteneu Gesamtrecht am verteilten Lande die Be-schwerung des Sondereigentums mit den durch die Gemengelagebedingten und durch den Flurzwang beschränkten Wegelasten zu-gunsten der Gemeindegenossen und insbesondere der Nachbarn 85 .Hieraus entwickelte sich der allgemeine nachbarrechtliche Satz,dafs je das vordere Gut dem hinteren Weg und Steg gebenmüsse 86 . Eine Entschädigung hierfür lag nicht im Sinne desalten Gemeinschaftsrechts 87 , wurde dagegen da, wo der Notwegals einseitige Last zum Vorteil des Nachbarn erschien, für billigerachtet 88 . Nach der Aufnahme des römischen Rechtes, das nurbehufs des Zuganges zu einem Grabmal eine Verpflichtung zurGewährung eines Notweges kannte 89 , erhielt sich das einheimischeRecht als gemeines Gewohnheitsrecht und wurde von den neuerenGesetzbüchern aufgenommen 90 . Doch wurde zum Teil dasdeutschrechtliche Wesen des Notweges verdunkelt, indem man denGedanken der nachbarrechtlichen Eigentumsschranke durch diedem römischen Rechte entlehnte Auffassung zu verdrängen suchte,dafs der Notweg eine vom Richter bestellte Servitut sei 91 . Das

86 Gierlce, Gen.R. II 217. Meitzen, Siedlung u. Agrarwesen I 62 ff.

86 Grimm, W. I 94, II 28 § 12, III 47 § 56, 59 § 29, 184 § 10 u. 13;Dortm. Stat. III, 35 b. Frensdorff S. 74; Kraut § 98 Nr. 13 u. 1517;Stobbe Anm. 3.

87 Vgl. Beseler a. a. 0. Anm. 3, der aber mit Unrecht meint, der Ent-schädigungsanspruch sei erst dem römischen Rechte entlehnt. AbweichendStobbe Anm. 4.

88 Vgl. Grimm, W. III69 §29, Salzb. Taid. S.192 Z. 36 ff.; auch TirolerW. I 238 § 46, Steir. u. Kärnth. Taid. S. 25 Z. 25 ff.

80 L. 12 pr. D. de rel. 11, 7.

90 Für das gemeine Recht vgl. Glück, Komm. IX 101 ff., Elvers,Themis I Nr. 4, Windscheid § 212 Anm. 6; Seuff. I Nr. 177, 321, IVNr. 204, VI Nr. 156, XIII Nr. 210212, XIV Nr. 114, XVI Nr. 12, XXVIINr. 8, XXXIII Nr. 3. Für das Sachsenrecht Emminghaus S. 484 ff. Preufs.L.R. I 22 § 3 ff. Code civ. Art. 682 ff. Sachs. Gb. § 345 ff. Bayr. Entw. III § 183ff.Zürch. Gb. § 139 ff., Berner Art. 381, andere Schweiz, b. Huber a. a. 0. InÖsterreich hat das B.G. nicht vorgesorgt; erst neuerdings ist, nachdem schonfür das Forst-, Berg- und Wasserrecht ein Notwegerecht anerkannt war(Forstges. § 24, Bergges. § 131 d, Wasserges. § 8, 15 b), das Ges. v. 7. Juli 1896betreffend die Einräumung von Notwegen ergangen; vgl. Randa, Eigt. I 111,Menzel S. 3 ff., 12 ff. Das Preufs. A. L.R. läfst auch die Einräumung an-derer notwendiger Benutzungsrechte als eines Wegerechts zu; vgl. Dern-burg a. a. 0. Manche nehmen das Gleiche für das gemeine Recht an; RothAnm. 32.

91 So zum Teil die gemeinrechtliche Praxis; Seuff. VI Nr. 156, XIIINr. 211, XIV Nr. 114. Den Gesetzbüchern ist diese Auffassung fremd; mit