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2 (1905) Sachenrecht
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Drittes Kapitel. Das Eigentum.

3. Mancherlei nachbarrechtliclie Eigentumsbeschränkungen er-geben sich aus der Regelung des Fenster- und Licht-rechts 31 . Während das im gemeinen Rechte durchgedrungenerömische Recht weder die Anlage eigner noch die Verbauungfremder Lichtöffnungen einschränkt 82 , hat das in viele Landes-gesetze übergegangene deutsche Recht Einschränkungen in beidenRichtungen ausgebildet 38 . Einerseits dürfen in Wänden, die sichunmittelbar oder nahe an der Grenze befinden, nach manchen Ge-setzen Fenster überhaupt nicht angelegt werden 34 , nach anderennur Fenster in bestimmter Höhe vom Roden und mit besonderenSchutzvorrichtungen 85 . Auch dürfen neue Türen nicht unmittelbar

L.R. II, 15 § 247 verbietet die Windentziehung durch Anpflanzung hoherBäume; für künftig anzulegende Mühlen hat die Ver. v. 18. Nov. 1819 dieseVorschrift aufgehoben. Gegen die Ausdehnung auf Bauten, die wohl mit-gemeint sind (Dernburg I 529), erklärt sich ein Pl.Beschl. des O.Tril). Entscli.V 67 ff. Schweizerische Gb., wie das Zürch. Gb. § 182 u. das Bündner§ 226, verbieten das Abgraben fremder Brunnen; Huber III 278 ff.; dazuSchweiz. Entw. Art. 701. In Deutschland besteht kein zureichender Schutzfür Brunnen- und Quellenanlagen; davon im Wasserrecht.

31 Pfeiffer, Prakt. Ausf. IV 3 ff., VII 331 ff. Stölzel, Arcli. f. c. 1r.UI 206 ff. Runde § 275. Mittermaier §167. Roth D.P.R. III 189 ff.,459 ff. Stobbe-Lehm ann § 102 Z. 1. Platner §61. Dernburg, Preufs.P.R. I 527 ff, B.R. III § 86 Z. 56. W. 11 er a. a. 0. S. 62 ff. Zachariae-Crome § 179. Huber III 287 ff.

32 Pfeiffer a. a. 0. IV 4; Seuff. XXXV Nr. 273, LIX Nr. 124; R.Ger.XXXI 343. Ebenso nach Sachs. Gb. u. österr. R., Ran da I 113.

33 Sie bleiben gegenüber dem B.G.B., das seinerseits auf dem römischenStandpunkte steht, in Kraft.

34 Sachsensp. II Art. 49 § 1 nach der Quedlinburger Handschr.; BrünnerSchöffenb. c. 215, 486; Wiener Stadtr. Art. 129; Frankf. Ref. VIII, 7 § 2 (seit1809 nicht mehr in Geltung, Bender § 82); Nürnb. Ref. XXVI, 3 § 1; Kur-trier. Landr. XXII, 2; Nassau-Katzenelnbog. L.O. V, 3, 1 (v. d. Nahm er I 313);revid. Lüb. R. III, 12 Art. 13 (über die Anwendung in Pommern vgl. Wil-mowski S. 43 ff); Hamb. Stat. II, 20 Art. 8 (vgl. Baumeister I 139, 156 ff);Bayr. Stat. b. Roth, Bayr. C.R. § 126 Anm. 8 ff., 168 Anm. 14 ff. MancheStatuten verbinden das Lichtrecht mit dem Traufrecht (dem Recht, eine Traufenach der Seite des Nachbarn hin zu haben), das sie an einen bestimmten Ab-stand des Baues von der Grenze knüpfen; so die Bauord. v. Ulm u. Memmingen;vgl. Roth, D.P.R. § 239 Anm. 25, 2930 u. 36. Nach den geltenden Bau-polizeiordnungen ist in den Städten meist die Anlegung von Fenstern in allenunmittelbar auf der Grenze errichteten Mauern, die nicht an der öffentlichenStralse stehen, schlechthin verboten; vgl. oben Anm. 19; A.G. f. Reufs j. L.§ 70 .

35 Das preufs. R. beschränkt nur die Anlage von Fenstern in einer un-mittelbar an den Hof oder Garten des Nachbarn stofsenden Wand; sie müssen,wo die Umstände es gestatten, mindestens 6 Fufs über dem Zimmerboden an-