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Drittes Kapitel. Das Eigentum.
Diese Belastungen haben meist den Inhalt von Grunddienstbar-keiten , vermöge deren der Eigentümer entweder eine bestimmteBenutzung des Grundstückes unterlassen oder die Einwirkungeines Anderen auf das Grundstück dulden mufs, werden daherauch ungenau als „Legalservituten“ bezeichnet * 2 3 * * * . Manche vonihnen verpflichten aber auch nach Art von Real!asten zu einemTun. Das entsprechende Recht steht dem jeweiligen Eigentümerdes Nachbargrundstücks zu und bildet für ihn einen Bestandteilseines Grundeigentums 8 . Die Beschränkungen kraft Nachbarrechtsunterscheiden sich daher von anderen gesetzlichen Grundeigentums-beschränkungen dadurch, dafs sie den Inhalt des Grundeigentumsnicht an sich mindern, sondern nachbarlich verteilen; sie verlegenden Eigentumsinhalt unter dem Gesichtpunkte einer nachbarrecht-lichen Gemeinschaft teilweise in die nachbarlichen Herrschafts-bereiche und sind somit in demselben Umfange, in dem sie dasGrundeigentum des Einen einschränken, zugleich Erweiterungen
XXIII 280 ff. Hoffmann, Arcli. f. prakt. R.W., N. F. I 241 ff. W. Müller,Deutsches Bau- und Nachbarrecht, Berlin 1903. — Windscheid, Pand. I§ 169. Brinz (2. Aufl.) I § 132 ff. Dernburg 1 § 199 ff. — ßeseler, D.P.R.§91. Stobbe-L ethmann II 1 § 101 ff. Roth III § 238 ff. Gerber-Cosack§ 78 ff. Platner, Sachenrecht § 10 ff — Lehrb. des bürg. R. von Endemann§ 72 ff., Cosack § 210, Lehmann § 47 ff., Dernb|urg III § 80 ff., Lands-berg § 175; Komm, zu B.G.B. § 906—924 von Planck, Biermann,K o b e r u. A. — Roth, Bayr. C.R. II § 121, 125 ff. Meisner, Das inBayern geltende Nachbarrecht, 1901. Oertmann, Bayr. LandesprivatrechtS. 329 ff. — Haidler, Landwirtschaftliches Nachbarrecht in Württemberg,1893. — Dernburg, Preuls. P.R. I § 220 ff. Förste r-Eccius § 170 ff. —Unger, Z. f. d. P. u. ö R. d. G. XIII 715 ff. Randa, Eigentum I § 104ff. —Zachariae-Or ome I § 172 ff. — Erdmann a. a. 0. II 62 ff. — Huber a.a. 0. III 271 ff.; Tlieiler, Das Nachbarrecht des Kantons Schwyz, Schwyz1896; C. Moser, Das St.-gallische Nachbarrecht, Altstätten 1898. Schweiz.Entw. § 684 ff.
2 Eine Dienstbarkeit liegt in Wahrheit nicht vor, weil das der Last ent-sprechende Recht kein selbständiges dingliches Recht, sondern Eigentums-bestandteil ist. Dies gilt auch für die Fälle, in denen Belcker a. a. 0. S. 203u. Roth, D.P.R. IH § 234 Anm. 9, eine Legalservitut annehmen, -weil das Rechtdurch eine besondere Beschaffenheit des herrschenden Grundstücks bedingtist. — Manche Gesetzbücher gehen jedoch vom Begriff der Legalservitut aus;so Code civ. Art. 639 und die b. Huber III 274 angef. Schweiz. Gb. — DasB.G.B. schliefst die Konstruktion im Sinne einer Legalservitut völlig aus. Un-richtig M. Wolff, Bau auf fremdem Boden S. 132 ff.
3 Die Geltendmachung erfolgt mit dinglicher Klage; R.Ger. II Nr. 60, XL
Nr. 91. Zur Geltendmachung ist auch der Besitzer insoweit befugt, als ihm
die Ausübung der Rechte des Eigentümers zusteht; Dernburg, Pretifs. P.R.
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