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2 (1905) Sachenrecht
Entstehung
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§ 122. Das gemeinschaftliche Eigentum.

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dem Ende des 17. Jahrhunderts raffte sieh die erwachende ger-manistische Rechtswissenschaft zum Widerspruch auf und machtegerade hier ihren ersten bewufsten Versuch selbständiger Kon-struktion. Sie schuf den Begriff desGesamteigentums, das sieals deutschrechtliche Form des gemeinschaftlichen Eigentums inAnspruch nahm und dem römischen Miteigentum gegenüber-stellte 6 . Der neue Begriff errang im 18. Jahrhundert unter Bei-hülfe des Naturrechts eine fast unbestrittene Herrschaft undwirkte auf die grofsen Gesetzbücher ein. Seine Deutung aberblieb unsicher und zwiespältig. Hauptsächlich verwandte man zurErklärung des Gesamteigentums zwei verschiedene Vorstellungen,indem man zunächst von einem dominium plurium in solidum sprach 7 ,

6 Die von Duncker a. a. 0. S. 1 ff. gelieferte Dogmengescliiclite bedarfsehr der Vervollständigung. Zuerst verwandte man den neuen Begriff bei derehelichen Gütergemeinschaft; so bekanntlich Justus Veracius, Libelluseonsuet. princ. Bamb., 1681, Tit. communio bonorum inter conjuges q. 1 (dieHauptstellen b. Duncker S. 5 ff.); ferner Estor III § 731 ff., Lange, DieRechtslehre von der Gemeinschaft der Güter unter denen teutschen Eheleuten,Bayreuth 1766, S. 49 ff., 162, Westphal II 19 § 45, Pütter, El. j. Germ,priv. § 313, J. A. Ilofmann, Handb. des teut. Eherechts, Jena 1789, § 73,Scherer, Die verworrene Lehre der ehelichen Gütergemeinschaft, Mannheim1799, Th. I § 46 u. 71. Frühzeitig auch bei der Gesamtbelehnung; so schonSchilfer, Cod. jur. Alem. feud. ad c. 3 § 6 (dominium utile in solidum proindiviso), Inst. jur. feud. Germ, et Langob., Argentor 1695, c. 5 § 67; vgl.Bauer, De origine et progressu communis Saxonum manus, 1746, § 11 u. 20(Op. II 200 und 203), Püttmann, Eiern, jur. feud., Lips. 1781, § 245 ff.,Obs. jur. feud., Lips. 1783, c. 17 ff., Schnaub er t, Erlauf, des in Deutschlandüblichen Lehnrechts, II, 1 c. 4 § 112 S. 304 ff., bes. S. 319. Ferner bei derGanerbschaft; so andeutungsweise schon Kyllinger, De ganerbiis castrorum,1620, disc. 6 Nr. 1 sq. (Stelle b. Duncker a. a. 0. S. 3 ff.), bestimmter Langs-dorf f (S en ckenb er g) in einer Diss. v. 1736 (mit Unrecht geleugnet vonDuncker a. a. 0. S. 8), Eisenhart, Inst. jur. Germ. II t. 2 § 24 ff., Schmidt,Princ. jur. Germ. II t. 2 § 7 ff., Estor § 3148. Erst später bei der Mark-genossenschaft; Hofacker, Princ. jur. civ. II § 909 ff. Dann allgemein beidem zur Erklärung der deutschen Stammgütererbfolge angenommenen Familien-eigentum; Fischer, Versuch über die Geschichte der teutschen Erbfolge, 1778,S. 28 ff.; Biener, De natura et indole domiuii, 1770, S. 28; vgl. auch Estor§ 1889, Walch, De condominio successionis fundamento in Germania, Jena1773, Pütter, Beiträge I 229 ff. Den Schritt, das Gesamteigentum in derEigentumslehre selbst als allgemeinen Begriff neben dem Miteigentum zu ent-wickeln, tat erst Ilofacker, Princ. jur. civ., Tüb. 1788, § 904 ff. Ebenso dannnamentlich Runde § 263, Danz II 497 ff, Glück, Komm. VIII § 527.

7 So nach dem Vorgänge von Justus Veracius die meisten in Anm. 6genannten Schriftsteller. Übergegangen ins Bad. L.R. Art. 577 la.