§ 117. Die Form des Liegenschaftsverkehrs im deutschen Hecht. 277
bildete Verleihungen und Auflassungen vor dem Hofgericht aus 48 .Im Stadt recht trat vielfach au Stelle der gerichtlichen Auf-lassung die Auflassung vor dem Rat 49 .
2. Die Übereignungsform wurde in der erforderlichen Um-bildung auf begrenzte dingliche Rechte erstreckt.
Allgemein unterlagen dieser Entwicklung die mit Sacli-gewere verbundenen dinglichen Rechte an Grundstücken. Seitalter Zeit bediente man sich der feierlichen und öffentlichen Über-eignungsform nicht blofs zur vollen Übereignung, sondern auchzur Einräumung, Weitergabe oder Wiederaufgabe eines befristeten,bedingten oder gebundenen, eines rückfälligen oder blofs anwart-schaftlichen, eines zur Sicherung bestimmten oder eines vorüber-gehend anvertrauten Eigentums 60 . Soweit sich die unvollständigenBesitzrechte zu selbständigen dinglichen Rechten des Land- undStadtrechts ausgestalteten und als Leibzucht, Leihe, Satzung usw.vom Eigentum ablösten, wurden für sie entsprechende Formen
entsprechenden deutschen Formen des „Leihens“ („Belehnens“, „inbeneficiare“)Homeyer, Sachsens]). II, 2 S. 324 ff.; über das'„Lassen“ („Auflassen“) desLehens ib. S. 425 ff. — Die Übertragung des Eigentums am Lehn durch denHerrn erfolgt im Wege der gewöhnlichen Auflassung; ib. S. 386 ff.
48 Ygl. über die Investitur (Belehnung, Wersehaft, Beliandigung, Empfang)vor dem Hofgericht Maurer, Fronh. III 15 ff; über Auflassungen vor demHofgericht ib. IV 141 ff.
49 Ygl. z. B. Lüh. 11. II Art. 36; Hamb. Stat. v. 1270 I, 6; DortmunderPriv. v. 1332 § 18 b. Frensdorff S. 199; Wiener Priv. v. 1360 h. SchusterS. 29 ff.; Behrend, Stendaler Urteilshuch S. 3 ff; Stobbe, Aufl. S. 184 ff;Rehme a. a. 0. S. 108 ff. — Anders nach Magdeb. E.; vgl. Magdeb.-GörlitzerE. v. 1304 § 22, Magdeb.-Bresl. Schöffenr. IV, 1 c. 21 b. Kraut Kr. 44, Rechtsh.n. Dist. I c. 45 d. 1.
50 Vgl. z. B. über Vergabungen zu blofs lebenslänglichem EigentumBrunner, Forsch. S. 4 ff., 35 Anm. 7. Über Vergabungen zu aufgeschobenem(suspensiv durch Tod oder anderweit bedingtem) Eigentum Hübner, Donationespost obitum S. 40 ff., 74 ff. Über Vergabungen mit Vorbehalt der lebensläng-lichen Herrschaft Hühner a. a. O. S. 103 ff. Über Investituren zur Sicher-stellung, wobei bald suspensiv, bald resolutiv bedingtes Eigentum übertragenwird, Brunner a. a. 0. S. 620 ff. Über die Vergabungen zur treuen Handan „Salmannen“ Stobbe, Z. f. R.ti. VII 405 11'., Bewer S. 7111., lleuslerI 215 ff, Brunner a. a. 0. S. 32 Anm. 2, 627, Hübner a. a. 0. S. 43 ft.,105 ff, A. Schultze, Die langobardiscbe Treuhand (Unters, z. 1). St. u. KG.XLIX) S. 43 ff, Beyerle a. a. 0. S. 1.5 ff So begründete auch die Über-eignung mit dem Gedinge der Eückgewähr von Leihbesitz oder der Belehnungeines Dritten (Sachs. Lehnr. Art. 26 § 10 u. Art. 36) ein durch die Erfüllungder Leihepflicht resolutiv bedingtes Eigentum; Homeyer a. a. 0. S. 314 ff.