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2 (1905) Sachenrecht
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187
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§ 113. Die Gewere.

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Zweites Kapitel.

Gewere, Besitz und Grundbuchrecht.

§ 113. Die Gewere 1 .

I. Begriff. Unter Gewere verstehen die Quellen desdeutschen Mittelalters ein äufseres Verhältnis der Person zur Sache,das von der Rechtsordnung als Erscheinungsform eines Herrschafts-rechtes an der Sache anerkannt ist.

Der Begriff hat seinen Ausgang von der die Übertragung vonSachherrschaft versinnlichenden Handlung genommen, die alsBekleidung der Person mit der Sache vorgestellt und ver-deutlicht wurde 2 . Ursprünglich war es der Akt der Einkleidung

1 Alb recht, Die Gewere als Grundlage des älteren deutschen Sachen-rechts, Königsberg 1828. Gaupp, Z. f. D.R. I 86 ff. Brackenhöft, ebendaIII 1 ff., V 133 ff. Sandliaas, Germanist. Abhandl., 1852, S. 81 ff. v. Gerber,Z. f. C.R. u. Pr. N.F. XI (1854) S. 1 ff. (Ges.Abh. S. 372 ff.). Stobhe, Encykl.v. Erscli u. Gruber, I, 65 S. 428 ff. Fr. Stein, Die Entwicklung u. Fort-bildung des deut. Sachenrechts, Abt. I, Erlangen 1857. Rückert, Unter-suchungen über das Sachenrecht der Rechtsbücher, Leipzig 1860. A. Heu sie r,Die Gewere, Weimar 1872. Laband, Krit. V.Sclir. XV 378 ff. E. Huber,Die Bedeutung der Gewere im deut. Sachenrecht (Berner Festschrift f. Halle1894). Homeyer, Des Sachsenspiegel zweiter Teil, II 402 ff, 420 ff. Bruns,Das Recht des Besitzes im M.A. u. in der Gegenwart, Tübingen 1848, S. 283 ff.Walter, D.R.G. § 493 ff. Gierke, Gen.R. II 137, 142 ff.; Die Bedeutung desFahrnisbesitzes für streitiges Recht, Jena 1897, S. 1 ff. Heusler, Inst. II§ 79 ff. Siegel, lt.G. § 142. Brunner, Grundzüge (2. Aufl.) S. 175 ff.v. Amira, Recht S. 155 ff, 3. Aufl. S. 129 ff. Schröder, D.R.G. S. 274 ff.,714 ff. H. Meyer, Entwerung u. Eigentum im deutschen Fahrnisrecht, Jena1902, S. 1 ff. Beseler, D.P.R. §78. Stohbe, D.P.R. II 72 ff, Lehmann,ebenda II § 85 ff. Gerber-Cosack, D.P.R. §68. Über einzelne Seiten derGewere: Delbrück, Z.f.D.R. XIV 207 ff; Die dingliche Klage des deutschenRechts, Leipzig 1857, S. 36 ff. v. Bar, Das Beweisurteil des germanischenProzesses, Hannover 1866, S. 163 ff. Laband, Die vermögensrechtlichenKlagen nach den sächs. Rechtsqu., Königsberg 1869, S. 158 ff. Agricola»Die Gewere zu rechter Vormundschaft, Gotha 1869, S. 96 ff. v. Duhn, Deutsch-rechtliche Arbeiten, Lübeck 1877, S. 4 ff. So hm, Zur Geschichte der Auf-lassung, in Strafsburger Festgabe für Thöl, 1879, S. 81 ff., 107 ff. Planck,Das deut. Gerichtsverfahren im M.A., I (1879) S.500, 681 ff. Köhler, Pfand-rechtliche Forschungen, 1882, S. 173 ff. Hübner, Der Immobiliarprozefs derfrank. Zeit, Unters, z. D.St. u. R.G. Hft. XLII (1893) Dazu die in Anm. 1 zu§117 angef. Schriften über Auflassung.

2 Über den Zusammenhang mit der Vorstellung der gewerten Hand(manus vestita) und dem Sinnbilde der Bekleidung mit dem Handschuh (wanto)