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2 (1905) Sachenrecht
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§ 112. Inhaberpapiere.

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drang, wurden vielfach für Inhaberpapiere die deutschrechtlichenBeschränkungen der Fahrnisklage nicht nur festgehalten, sondernauch auf die Fälle des unfreiwilligen Besitzverlustes ausgedehnt.In diesem Sinne wurden zahlreiche Landesgesetze erlassen, die dieEigentumsklage gegen den redlichen Erwerber eines Inhaberpapiersausschlossen 68 . Selbst für das gemeine Recht wurde die Geltungeines derartigen Rechtssatzes von Manchen behauptet 54 und oftvon der Praxis angenommen 55 . Das Handelsgesetzbuch führte indas gemeine Recht einen Mindestschutz des Besitzes an Inhaber-papieren ein. Danach erlangt, wenn ein Inhaberpapier veräufsertund übergeben ist, der redliche Erwerber das Eigentum am Papier,

Lehre herrschenden Streitfragen Bender a. a.0. (oben § 109 Anm. 8) § 67 ff.;Savigny a. a. 0. S. 138 ff.; Thöl, H.K. § 231; Kuntze S. 649 ff.; UngerS. 136 ff.; Wolff, Z. f. II.R. VII 51 ff.; Goldschmidt, ebenda VIII 301 ff.,IX 55 ff.; Mittermaier, D.P.R. § 274 III; Maurenbrecher § 239 u. 381;Walter § 258 V; Gengier § 129; Stobbe § 180 (254) Z. 7; Beseler § 86VII; Randa a. a. 0. S. 353 ff.; Bruschettini S. 464ff.

63 Vgl. z. B. Kursächs. Ed. v. 6. Mai 1772 § 3 (Cod. Aug. II, 2 S. 390),K. Sachs. Ges. v. 8. Juni 1846 (Kraut § 127 Nr. 4>5), Sachs. Gb. § 296297Österr. Gb. § 371; Bayr. V. v. 12. März 1817; Anhang zum Bad. L.R. Art.201205; Kurhess. Ges. v. 18. Dez. 1823 § 2; Hannov. Ges. v. 20. Jan. 1826§ 2, 10. Aug. 1836 § 4 u. 5. April 1859 (Grefe II 113); Braunschw. Ges. v.5. April 1842 § 9; Hamb. Ges. v. 12. Aug. 1846 § 15; Württ. Ges. v. 16. Sept.1852; Grofsh. Hess. Ges. v. 20. Juli 1858 Art. 12; Nassau. Ges. v. 2 Juni 1860§ 11. Das Preufs. A. L.R. I, 15 § 47 u. das Frankf. Ges. v. 8 Juli 1817Art. 3 schützen nur den entgeltlichen redlichen Erwerber gegen die Eigentums-klage. Einige sächs.-thüring. Ges. (Weimar, v. 19. April 1833 u. 9. April1879, Koburg. v. 1. Dez. 1858, Gotha, v. 24. Okt. 1845 u. Meining. v. 9. April1850, vgl. Heimbach I § 188 u. II 160 ff.) untersagen sogar die Vindikationüberhaupt und lassen auch gegen den unredlichen Besitzer nur eine persön-liche Klage zu.

64 So von Gönner a. a. O. (oben § 109 Anm. 8) S. 234, Nebenius,Der öff. Kredit S. 542, Ben der a. a. O., Schümm a. a. 0. (oben § 108Anm. 64) S. 62 ff., Eichhorn, D.P.R. § 191, Walter a. a. 0., Thöl a. a. 0.,Bekker a. a. 0. S. 277 u. 379 ff. Einige, wie Maurenbrecher a. a. 0.,versagen die Vindikation auch gegen den unredlichen Besitzer; vgl KuntzeS. 658 ff. Dagegen erklärten sich für die unbedingte Statthaftigkeit derVindikation z. B. Kind, Quaest. for. III c. 26; Mittermaier a. a. 0.; Phil-lips, D.P.R. I § 73; v. Savigny a. a. 0.; Gerber, D.P.R. § 160; KuntzeS. 676 ff.; Unger S. 140 ff.; Wolff, Z.f.H.R,. VII 53 ff.; Goldschmidt, ebendaVIII 301; Stobbe III 211.

66 So b. Seuff. V Nr. 4, VI Nr. 313, VII Nr. 152, IX Nr. 206 u. 331. Ab-weichend ib. XIII Nr. 56. Dafs sich ein gemeines Gewohnheitsrecht ge-bildet habe, ist nicht anzunehmen; Beseler § 86 Anm. 29; Erk. des O.L.G.Kiel u. des R.Ger. b. Seuff. XXXIX Nr. 332.