§ 111. Orderpapiere.
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fügungsmacht anvertraut, die weiter reicht, als das ihm zugedachteVerfügungsrecht. Denn der Indossant gibt gewolltermafsen dieLegitimation als Eigentümer auf und legt sie in die Hand desIndossatars, der das Recht aus dem Papier in eignem Namengeltend machen soll und hierbei auch solche Eigentumsbefugnisse,die er nicht ausüben darf, ausüben kann. Er befindet sich alsoin der Stellung eines Treuhänders. Es ist möglich, dafs derÜbergang des Eigentums selbst gewollt und nur dessen beschränkterGebrauch vereinbart ist; dann erwirbt der Indossatar ein fiduzi-arisches Eigentum. Keineswegs aber tritt der Eigentumsübergangunabhängig von einer darauf gerichteten Einigung mit Notwendig-keit ein 40 . Vielmehr kann, wenn nur ein Verpfändungsvertraggeschlossen ist, auch nur Pfandrecht entstehen, während derÜberschufs an dinglichem Recht, den das Eigentum enthält, nurzur Ausübung in die getreue Hand gelegt ist 41 . Ebenso bleibt,wenn blofse Vollmacht gewollt ist, das Eigentum beim Indossantenzurück, während der Indossatar überhaupt kein dingliches Recht,sondern nur ein eignes Recht auf Eigentumsausübung zu getreuerHand empfängt 42 . In jedem Falle aber hat die Beschränkung desdem Indossatar zu getreuer Hand übertragenen Rechts dingliche
40 So L ab and, Z. f. II.R. IX 245 ff.; Re ge 1 s b er g er, Arch. f. c. Pr.LXIII 170, 181 ff.; Kobler, Jahrb. f. D. XVI 149 ff, 346 ff.; Goldscbmidt,Z. f. II.R. XXVIII 81, XXXIX 433; Werthauer, Z. f. d. P. u. ö. R. d.ü. XIII 586 ff; de Jonge, ebenda XV 563 ff'.; Lehmann, W.R. S. 485 ff. u.532 Anm. 16; Dernburg, B.R. II § 264 Z. 3 u. § 276 Z. III 2f.; Grünhut,W.R. II § 89; R.O.H.G. VI 44 ff, R.Ger. XXVII Nr. 29.
41 Dies ist namentlich dem neuen bürgerlichen Recht gegenüber kaum zubezweifeln. Vgl. Cosack, B.R. (1. Aufl.) § 262 IV; Planck zu § 1292 B.G.B.Bern. 4; Biermann, 2. Aufl., Bern. 2 (anders 1. Aufl.); Kober, 2. Aufl., Bern. 2;Staub zu H.G.B. § 368 Anm. 67; Düringer - Hachenburg S. 488;A. Schultze, Jahrb. f. D. XLIII 53 ff.; Jacobi a. a. 0. S. 55 ff.; Pappen-heim, Krit. V. Sehr. XLIV 363 ff. — Doch halten Dernburg, B.R. III § 281,Endemann II § 145 Anm. 2,' Neumann zu § 1292 Bern. 1 daran fest, dafsder Pfandgläubiger Eigentümer werde.
42 Brunner S. 162 (nur formelle Gläubigerschaft); Staub zu W.O. Art. 17§ 5 ff; Affolter, Z. f. II.R. XXXIX 396 ff; Fufs, Die Rechtsnatur des Voll-giros zu Inkassozweckeu, Kiel 1899, S. 122 ff.; Skonietzki b. Gruchot XXIX231; Jacobi S. 45 ff,; J. Gunz, Das Vollgiro zu Inkassozwecken, Berlin 1903,bes. S. 203 ff.; Seuff. XLIX Nr. 113. — Ähnlich, aber mit der unrichtigenUnterstellung einer Simulation, Canstein, W.R. S. 112, 226, 410 ff. — Da-gegen nehmen nicht nur alle in Anm. 40 genannten Schriftsteller (Manche, wieRegelsberger S. 183 u. Grünhut II 148, mit Ausnahme des Falles derSimulation), sondern auch A. Schultze a. a. 0. S. 55 ff. u. Pappenheima. a. 0. S. 369 Eigentumsübergang an. Vgl. aber unten Anm. 43.