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Erstes Kapitel. Die Gegenstände des Sachenrechts.
Sprachgebrauch der Gesetze und des Lebens ihn bald in weiterembald in engerem Sinne nimmt und dafs auch über seine wissen-schaftliche Abgrenzung mancherlei Zweifel walten 16 .
Bei dieser Sachlage ist begreiflicher Weise die Zahl derKeclitssätze, die für alle Wertpapiere gelten, nur gering. Dochlassen sich die für die einzelnen Gattungen von Wertpapieren aus-gebildeten Rechtssätze trotz ihrer Mannigfaltigkeit auf gemein-same Grundgedanken zurückführen.
III. Begründung. Das vollkommene Wertpapier spielt alskonstitutive Urkunde schon für die Begründung des beurkundetenRechts eine wesentliche Rolle. Es gibt aber Wertpapiere, die erstnachträglich ein ohne sie begründetes Recht verkörpern.
1. Das konstitutive Wertpapier entsteht durch ein dieSchaffung der Urkunde und des beurkundeten Rechtes verflech-tendes Rechtsgeschäft.
Dieses Rechtsgeschäft ist als ein Vertrag aufzufassen 17 . Esstammt von dem alten Urkunduugsakte, der ein durch Übergabeder Urkunde zwischen ihrem Aussteller und ihrem Destinatär voll-zogener Vertragsschlufs war 18 . Mit der Ausbildung des Wert-papiergedankens hat es neue Momente in sich aufgenommen, je-
Theorie S. 3 ff., der in sorgfältiger Untersuchung die Unterscheidung zwischen„vollkommenen“ und „unvollkommenen“ Wertpapieren durchführt.
16 Keinesfalls darf man ihn mit Thöl, H.R. § 211, auf alle Urkunden„mit vermögensrechtlichem Inhalt“ erstrecken. Aber auch die blofs konstitu-tiven Urkunden, die Lehmann S. 45 zu den unvollkommenen Wertpapierenrechnet, sind auszuscheiden, da sie das Subjekt des Rechts nicht dauernd be-stimmen; Brunner S. 145 ff., Gareis, H.R. § 76 II, Cosack, B.R. § 254,Jacohi S. 21. Dagegen sind Urkunden, die nur für die Übertragung odernur für die Ausübung des verbrieften Rechts wesentlich sind, als unvollkommeneWertpapiere anzuerkennen; R.Ger. XXXVII Nr. 30. Ganz willkürlich ist es,wenn K. Adler a. a. 0. S. 25 alle Rektapapiere ausscheiden will.
17 Vgl. Thöl, W.R. § 54 ff., 125; Goldschmidt, Z. f. H.R. VI 341 ff.,XIII 344 ff., XXIII 306, XXVIII 84 ff., XXXVI 124 ff., System S. 148 ff.;Bluntschli § 117a; Gerber § 161, 209; Renaud, W.R. § 12; Gareis,Die Kreationstheorie, Amberg 1868, Arch. f. Wechselr. XVII 266 ff., II.R. § 78 I,79 I, 80 III, 89; Bin ding, Z. f. H.R. X 400 ff.; Sohm, ebenda XVII 79;Brunner a. a. 0. S. 160 ff.; Gierke a. a. 0. S. 257 ff.; l’appenlieim,Inhaberp. S. 8 ff., Z. f. H.R. XXXII 332 ft., XXXIII 444; Franken S. 497 ff.;Jacobi a. a. 0. S. 172 ff. Dazu R.O. H.G. XIX 33, R.Ger. II 90, XIV 24,XXXV 76, Obst. L.G. f. Bayern h. Seuff. XLVIII Nr. 123, O.L^G. Rostock ib.LII Nr. 103.
18 Brunner a. a. 0. S. 165 ff, Z. f. H.R. XXII 89 ff., 510ff., 529 ff., ZurR.G. der Urk. I 79 ff„ 86 ff.; Gareis Z. f. H.R. XXI 356 ff; Goldschmidt,U.G. S. 387.