§ 105. Hauptsache und Zubehör.
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die andere als Zubehör (Hülfssache, Pertinenz) einen dienendenBestandteil eines Sachganzen bildet. Durch eine solche Verbindunghilfst die Hauptsache nichts von ihrer Selbständigkeit ein, gewinntaber eine erweiterte gegenständliche Bedeutung. Die Zubehör-stücke dagegen bleiben zwar zum Unterschiede von blofsen Sach-teilen Einzelsachen für sich 2 3 , treten jedoch für die Dauer und denBereich der Verbindung in einen Zustand der Abhängigkeit vonder Hauptsache 8 .
Der Pertinenzbegriff durchdrang im älteren deutschen Rechtden gesamten Aufbau der Rechtsverhältnisse 4 * . Zumal in der An-wendung auf die Beziehungen der Grundstücke zu einander undzu Fahrnisstücken und Rechtsamen stellte er eine reiche Gliederungder Sachen weit her, durch welche die Macht- und Pflichtbereicheder Subjekte vielfach bestimmt und zum Teil fast verdeckt wurden 4 .Dabei durchlief die objektive Zugehörigkeit verschiedene Stufender Mittelbarkeit und erfuhr mancherlei Abtönungen. Mit der
Zur Lehre von den Pertinenzen, Jahrb. f. D. XXVI (1888) S. 1 ff. P. Wäber,Die Pertinenz im modernen Recht mit bes. Beriicks. des bern. Civilgesetzbuchs,Bern 1899. — Über röm. u. gern. R.: WächteivWürtt. P.R. II § 41, Pand. I§ 65. Kierulff S. 330 ff. Windscheid I § 143. Dernburg, Pand. I §77.Bekker I § 74. Regelsbergerl § 102. Sokolowski, Die Philosophieim Privatr. S. 337 ff, 373 ff. — Deut. Privatr.: Beseler § 77. Bluntschli§ 52. Maurenbrecher I § 185—187. Gengier § 37. Stobbe I § 65.Roth I § 81. F ranken § 18. Gerb er- C os a ck § 50. — Partikularrechte 1Dernburg, Preuls.P.R. I §62. Roth, Bayr. C.R. I §56. Unger, Öst. P.R. 1§ 55; Krainz I § 94—96. Zachariae, Franzos. C.R. I § 103 (170) und106 (173); Crome, Allg. T. § 18. Huber, Schweiz. P.R. III 30 ff. Erd-mann, Esth-, Kur- u. Livland. P.R. I § 31 V. — Deut. bürg. R.: Komm, zumB.G.B. §§ 97—98 v. Planck, Holder, Riezler (b. Staudinger). Eck I§ 25. Hellmann S. 43 ff. Cosack I § 4111. Endemann I § 54, II § 6Z. 3. Dernburg III § 6. Enneccerus I § 49. Kuhlenbeck I 277 ff.Crome I § 60. Rehbein S. 86 ff. Leonhard S. 177 ff. Köhler I 473 ff.
2 Die Unterscheidung von Bestandteil und Zubehör, die früher geringeBeachtung fand und für das ältere deutsche Recht infolge der Zulassung be-sonderer Rechte an Sachteilen keine grofse Bedeutung hatte, ist für das heutigeRecht von durchgreifender Wichtigkeit. Vgl. bes. Unger I 437 ff., Köhler,Jahrb. a. a. O. S. 30 ff., Bekker I § 313, Regelsberger I § 102, Wäbera. a. O. S. 61 ff; R.Ger. II Nr. 69, IX Nr. 39, XXXVI Nr. 66; Seuff. XXXVINr. 15, XLIV Nr. 164, LII1 Nr. 3.
3 Wo eine solche Abhängigkeit nicht besteht, wie zwischen Messer undGabel, liegt kein Pertinenzverhältnis vor. Unrichtig Sokolowski S. 396 (esbestehe kein grundsätzlicher Unterschied zwischen dem Verhältnis der Pertinenzzur Hauptsache und den Substraten eines Sachinbegriffs).
4 Vgl. Gierke, Gen.R. II 64, 79 ff, 542 ff; Heus ler, Inst. I § 72;
Köhler S. 132 ff. (auch über altfranzös. R.); Huber IV 688 ff.