20
Erstes Kapitel. Die Gegenstände des Sachenrechts.
„öffentliche“ Sachen teilweise dem Sachenrechte entzogen sind.Das heutige Recht knüpft eine derartige Wirkung nicht an dieBeschaffenheit des Subjektes, dem eine Sache gehört * I 2 3 , sondern andie Bestimmung des Sachkörpers für einen als „öffentlich“ an-erkannten Gebrauch 8 . Hierdurch wird die Sache in den Zustandeiner objektiven Zweckgebundenheit versetzt 4 . Sie behält die
Gemeingebrauch, Berlin 1879. Davidson, Rechtsschutz des Gemeingebrauchsan den öffentlichen Sachen, Göttingen 1889. S. Rosenfeld, Das Wesen desRechts auf Gemeingebrauch an öffentlichen Flüssen und Wegen nach heut,gern. R. und nach Rartikularrecht, Berlin 1899. — Lehrl). d. D. l’.R. v. Beseler§ 53; R oth I § 79; Stobbe I § 64; Franken § 19; Gerber-Cosaclc§ 51—52. — Lehrb. d. Pand. v. Windscheid I§ 146 — 147; Wächter I §60;Dernburg I § 67; Bekker 1 § 76—78; Regelsberger I § 103—117. —Ran da, Eigentumsr. (2. Auf!., 1893) I 36 ff. — Dernburg, l’reufs. P.R. I§67. Unger, Österr. P.R. I 362 ff.; Krainz I § 84—87. Wächter, WurthP.R. II 280ff. Zacliariae, Eranzös. C.R. I § 107—108 (174—176); Crome,Allg. T. S. 202 ff. Huber, Schweiz. P.R. III 15 ff. — Schriften über dasRecht desB.G.B. v. Cosack I § 47; Endemann II § 4—5; Enneccerus I§ 40; Dernburg III § 7; Iv u h 1 e n b e c k II 391 ff.; R e li b e i n 1 74 ff.; Crome
I § 65—68. — v. Stengel, Deut. Verwaltungsr. S. 49 ff. O. Mayer, Deut.Verwaltungsr. II § 35—41. M. Lay er, Prinzipien des Enteignungsrechts,Leipzig 1902, S. 609 ff. — Über das deut. R. des M. A. Heu«ler, Inst. I§ 73—74.
2 Anders ursprünglich das röm. R.; vgl. Gierke, Gen.R. III 54 ff.,L. Hegelmaier, Grundeigentum im off. R., Tübingen 1891, S. 19 ff. Heuteempfängt eine Sache dadurch, dafs sie einer öffentlichen Verbandsperson an-gehört, keine besondere Sacheigenschaft; die Erschwerungen der Veräufserungvon Staats-, Gemeinde- oder Kirchengut sind nur Voraussetzungen für rechts-wirksames Handeln des Subjekts. Einer anderen Auffassung scheint freilichdas Elsafs-Lothr. A.G. zum B.G.B. § 49 zu huldigen, indem es derartige Vor-schriften über Grundstücke des Staats als „Vorschriften zum Sachenrecht“gibt. Über preufs. Domänen vgl. Dernburg, B.R. III § 7 Z. 4. — O. Mayera. a. ü. S. 71 ff. führt aus, dafs der heutige Begriff der öffentlichen Sache nebeneiner besonderen Zweckbestimmung eine eigenartige subjektive Zugehörigkeitöffentlichrechtlicher Art fordere. Diese Ansicht steht und fällt mit seinerTheorie des öffentlichrechtlichen Eigentums; vgl. unten Anm. 5.
3 Die öffentlichen Sachen stehen zivar der Regel nach, nicht aber not-w’endig im Eigentum einer öffentlichen Verbandsperson. Jedenfalls wird ihreSonderstellung für den Bereich des Privatrechts unabhängig von der Eigentums-frage durch ihre Gebrauchsbestimmung begründet und nach der Art ihres Ge-brauchs abgestuft. Ihre Heraushebung aus dem Kreise der übrigen Sachenhat daher auch zwar Berührungspunkte, aber keinen inneren Zusammenhangmit der staatsrechtlich wichtigen Unterscheidung von „Verwaltungsvermögen“und „Finanzvermögen“; vgl. Lab and, Ann. des Deut. Reichs, Jalirg. 1873,S. 412 ff, Staatsr. IV § 115; G. Meyer, V.R. II § 240. O. Mayer S. 71 ff. stelltsie als eine dritte Art von öffentlichem Gut daneben.
4 Bekker, Pand. I 336 u. 338. Zacliariae I § 108 (175).