§ 101. Unbewegliche und bewegliche Sachen.
13
des Mittelalters wurden oft umfassendere Fahrnisgesamtheiten,namentlich Warenlager und gewerbliches Inventar, als Liegen-schaften behandelt 86 .
III. Einteilung der unkörperlichen Sachen 37 . Dieim deutschen Hecht ausgebildete Zuteilung der unkörperlichenSachen zum liegenden oder fahrenden Gut wird infolge der üb-lichen Verwechselung des Rechtsgegenstandes mit dem Recht meistals Einteilung der Rechte bezeichnet 88 . Genau genommen handeltes sich stets um eine dem Gegenstände des Rechts beigelegteEigenschaft, durch die dann das Recht selbst den Charakter einesRechtes an liegendem oder fahrendem Gut empfängt. Über dieZugehörigkeit der einzelnen Arten von Vermögensrechten findensich in manchen Gesetzbüchern allgemeine Bestimmungen 89 ; bis-weilen ist angeordnet, dafs im Zweifel die Rechte als beweglichgelten sollen 40 . Das heutige deutsche Reichsrecht nimmt eine
zum Ankauf von Liegenschaften bestimmtes Kapital verliegenschaftet; Renaud,Krit. Zeitschr. a. a. 0. S. 87 Anm. 17, Huber IV 685 Anm. 15.
86 Wittgensteinsche Ger.O. v. 1569 Anbangsbericht c. 15 §5 (b. Gengier,Lehrb. I 144); Wormser lief. IV, 4 t. 8; Frankf. Refj II, 3 § 2; Catzenelnbog.L.O. IV, 10 Abs. 2; Kurköln. Ref. VIII § 8; Kurpfälz. L.R. IV, 12 Abs. 5;Kurtrier. L.R. XII § 3 (in besonders ausgedehntem Mafse); Kreittmayr,Anm. zu Bayr. L.R. II c. 1 § 8 (Bibliotheken); Schweizer Quellen li. Leu II76 u. 77 u. Huber IV 685 Anm. 13; Walch S. 136ff.; Mittermaier § 1431;Heusler, Inst. I 334 ff.; Stobbe § 63 Anm. 18.
87 Vgl. Gaill II ohs. 11 nr. 9 sq.; P. Voet, Comm. ad Pand. I t. 8§ 18 sq.; S c h i 11 e r exerc. IV § 21 sq.; Pufendorf a. a. 0. III Obs. 1J4 ;Leyser spec. 26; Glück II § 174 S. 532fF.; Hopfner, Komm. §343; DanzII 471 ff.; Wächter, Württ. P.R. II 225ff, Pand. I 284 ff; Unger I 394ff;Beseler S. 296 ff.; Stobbe I 592 ff.; Franken S. 158 ff.; Dernburg,Pand. § 74 II; Regelsberger, Pand. 1 377ff.; v. Meibom, Arch. f. civ. Pr.LXXII 352ff.; Krainz I 203; Zachariae I § 104(171); Crome, Allg. T.S. 180 u. 194ff; Erdmann IV 138 ff.
88 Oben Bd. I 271. Neuere halten es daher für erforderlich, auch dasEigentumsrecht in die Einteilung hineinzuziehen; Unger I 395, DernburgI 174, Crome, Allg. T. I § 18 Anm. 58 u. b. Zachariae § 104 Anm. la.Die Gesetze enthalten sich solcher Folgerichtigkeit in der Ungenauigkeit. Siesetzen auch als selbstverständlich voraus, dafs hei gemeinschaftlichem Eigen-tum die Anteilsrechte je nach der Beschaffenheit des Eigentumsobjekts Rechtean liegendem oder fahrendem Gut sind.
89 Vgl. Frankf. Ref. II, 3 § 1 ff; Catzenelnbog. L.O. IV t. 10; Kurköln.Ref. VIII § 7; Kurpfälz. L.R. t. 12; Preufs. L.R. v. 1721 IV, 6 a. 7 § 4; Bayr.L.R. II c. 1 § 9; Preufs. A. L.R. I, 2 § 7—9; Code civ. Art. 526 u. 529; Bad.L.R. Art. 526, 526a u. 529; Österr. Gb. § 298—299; Sächs. Gb. § 59—60.
40 Preufs. A. L.R. I, 2 § 7; Österr. Gb. § 298; Sächs. Gh. § 60. An sichist diese Regel nicht begründet; v. Meibom a. a. O. S. 353 ff.; a. M. Dern-burg, Pand. § 74 Anm. 11.