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2 (1905) Sachenrecht
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Erstes Kapitel. Die Gegenstände des Sachenrechts.

man treiben oder tragen mag 30 . Sie werden im deutschen Rechtdem liegenden Gut als fahrendes Gut oder lieber noch als fahrendeHabe gegenübergestellt und im Unterschiede vonEigen auchwohl schlechtweg alsHabe bezeichnet 81 .

Manche von Natur bewegliche Sachen aber hat das deutscheRecht entweder allgemein oder für einzelne Beziehungen mit derEigenschaft unbeweglicher Sachen bekleidet. Die wichtigstehierher gehörige Erscheinung ist die Verliegenschaftung der gröfserenSeeschiffe und zum Teil auch Flufsschiffe, die alsschwimmendeGebäude in zahlreichen Pnnkten nach Liegenschaftsrecht beurteiltwurden 82 ; auch heute unterliegen sie, obschon sie grundsätzlichals bewegliche Sachen gelten, einem umfassenden Sonderrecht,das sich vielfach an das Liegenschaftsrecht anlehnt 83 . Partikular-rechtlich werden auch Schiffsmühlen den unbeweglichen Sachenzugeteilt 34 . In manchen älteren Quellen begegnet die Erstreckungdes Liegenschaftsrechts auf einzelne kostbare oder doch für ihrenBesitzer besonders wertvolle Fahrnisstücke 85 . Seit dem Ausgange

30 Schwabensp. (L.) c. 168; Brokmerbrief § 102 b. Richtliofen, Fries.Rechtsqu. S. 165; Grimm, R.A. II 98; Stobbe § 63 Anm. 5. :

31 Stellen b. Kraut § 63 Nr. 1 sq., Grimm, R.A. 1197 ff., Schröder,lt.G. S. 273, Stobbe a. a. 0.

32 Uber das ältere Recht vgl. Heusler I 334, Stobbe § 63 Anm. 16,Hamb. Stadtr. v. 1270 1 13, Kurköln. L.R. VIII § 8, Lüneb. Niedergerichts-O. b.Pufendorf, Obs. jur. un. III o. 364; über das neuere Goldschmidt,Ilandb. I 2 S. 527 ff. u. 830 ff., II 1 S. 4ff, Lewis in Endemanns Ilandb.IV 20 ff

33 Vor allem hinsichtlich der Verpfändung (B.G.B. § 1259 ff.) und derZwangsvollstreckung (C.Ir.O. § 864 Abs. 1, Zw.V.G. § 162 ff.). Vgl. im übrigenGierke in Iloltzendorffs Encykl. (6. Aufl.) I 1006 ff

34 Sachs. Gb. § 59; vgl. auch II au bol d § 168 Anm. a. In Österreichsind sie durch Hofdekret v. 29.Mai 1824 für beweglich erklärt; Unger I 384Anm. 9. Die ältere gemeinrechtliche Praxis neigte dazu, sie mindestens im Falledes Bestandes eines Mühlenregals für beweglich zu halten; Schilter a. a. O.IV § 24, Walch a. a. O. S. 130 u. 137 ff., Glück II 531 Anm. 6.

36 So wurden, jedoch wohl immer nur für einzelne Verhältnisse, Harnischund Geschütz, Gold- und Silbergerät, auch Wagen, Kessel usw. den unbeweg-lichen Sachen gleichgestellt; Aachener Stat. b. Kraut § 63 Nr. 61; Grimm,W. IV 273 § 12, 363; Renaud, D. P.R. I § 139 Anm. 8 u. 9; Bluntsclili,R.G.I268; S e ge s s e r II 476; lllumer I 430 ff.; Warnkönig u. S tein II 294;vgl. noch Sachs. Gb. § 1818. Ferner werden Gerätschaften der Handwerkerals liegendes Gut behandelt; Kurtriersches L.R. XII § 3, Mittermaier§ 143 I, Phillips, Lehre von der eliel. Gütergemeinschaft S. 265 ff. AuchApothekergerät und zum Teil auch Apothekerwaren; Kurtriersches L.R.a. a. O., Kreittmayr, Anm. zu Bayr. L.R. II c. 1 § 8, Leyser spec. 26i>i. 4. Bares Geld wurde wohl nur als Erlös für Liegenschaften oder als