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2 (1905) Sachenrecht
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§ 101. Unbewegliche und bewegliche Sachen.

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Gut. Doch galten nach vielen älteren Quellen die Früchte schonvon dem Augenblick an, in dem sieverdientes Gut waren, alsfahrende Habe 14 . Heute müssen sie bis zu ihrer Trennung vomBoden zum liegenden Gut gerechnet werden 16 , gelten aber in An-sehung der Pfändung, soweit diese schon vorher zulässig ist, alsselbständige bewegliche Sachen 16 . Vielfach wurden ferner dieHäuser, die einst tatsächlich beweglich gewesen waren 17 , auchnach ihrer festen Verbindung mit dem Boden für fahrende Habeerachtet 18 , so dafs sich das Sprichwort bilden konnte;Was dieFackel verzehrt, ist Fahrnis 19 . Meist aber drang mit der ver-änderten Bauart die Anschauung durch, dafs Häuser liegendesGut seien 20 , und es wurde nur einerseits mitunter für einzelne

14 Erfurter Stat. v. 1306 Art. 44 b. Walch I 120, auch wohl SalfelderStat. Art. 63 ib. S. 29; Altes Berg. L.R. b. Lacomblet, Arch. I, 1 S. 88;Grimm, W. V 205 § 13; Walliser Stat. v. 1446 Art. 80, 1514 Art. 41 u. 1571c. 111 b. Heusler a. a. 0. S. 192 u. 223; französ. Coutumes b. Renauda. a. 0. S. 97 Anm. 8081, Warnkönig u. Stein II 293. Vgl. U. Tengler,Laienspiegel I Tit.von farender Hab (Bl. XXXVI): Item das steend getraidu. ander frücht auff dem velde, auch obst das auff den bäumen u. die Wein-trauben an den Stöcken, werden an meer enden gewonlich für farende habgeschätzt u. gehalten. Ivurköln. Rechtsordn. v. 1663 t. 8 § 7.

15 So schon Grimm, W. I 14 § 32, 45 § 10, 275, 291, IV 273 §12. Vgl.Kurtriersches L.R. v. 1712 Tit. XII §6; Code civ. Art. 520 u. 521; Österr. Gb.§ 295; Ii.G.B. § 94.

16 C.l'r.O. § 810 u. 824 u. dazu R.Ger. XVIII Nr. 18 (hinsichtlich derPfändung selbständige bewegliche Sachen, im übrigen pars fundi). Über Be-handlung der Früchte teils als Fahrnis, teils als liegendes Gut in älterenschweizer. Quellen vgl. Huber IV 684; dazu Freiburger Gb. § 419 u. HuberIII 20. Über das französ. 11. Viollet S. 527, Zachariae § 102 (169) Anm. 1,Crome, Allg. T. I § 18 Z. 2. Über älteres deutsch. 11. Seuff. XXIV Nr. 209.

17 Vgl. noch Sachsensp. I Art. 20 § 2, III Art. 38 § 4; Grimm, W I 42,383, 753, IV 330 § 15, 512 § 14, V 132 §8, 144 § 22; Urk. bei v. Martitz, Ehel.Güterr. des Sachsensp., S. 219 Anm. 13; Bluntschli, Zürch. R.G. I 267;Blum er, II.G. I 340; M. Wolff, Her Bau auf fremdem Boden usw., Jena1900, S. 11 ff.

18 Stammler, Das liecht des Breidenbacher Grundes (Unters, z. D. St.

u. R.G. XII, Breslau 1882) S. 40 ff, dazu Schöffensprüche Nr. 4, 22, 44, 52 u.63 ih. S. 86, 92, 99, 101 u. 104; Heusler, Inst. I 335; Viollet S. 526ff.Noch das Jüt. Low I, 6 behandelt die Häuser auf dem Lande als Fahrnis.

19 Schöffenspruch v. 1759 h. Stammler S. 140 Nr. 222 (unter Aus-dehnung nicht lilofs auf steinerne Häuser, sondern auch auf Waldungen);Huber IV 683 Anm. 7,

20 Grimm, W. I 14 § 29, 42; Österr. W. IV 351 Z. 35ff; Zürcher V.

v. 1410 b. Bluntschli a. a. O. I 424; L.R. v. Entlibuch v. 1491 c. 18 in Z.f. Schweiz. R. XXIII 339; Walliser Stat. v. 1446 Art. 80, 1514 Art. 40 u. 1571c. 110 b. Heusler S. 192 u. 222; Bündner Stat. b. Huber IV 683 Anm. 8.