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1 (1895) Allgemeiner Teil und Personenrecht
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Viertes Kapitel. Persönlichkeitsrechte.

Bestandtlieile an sich überhaupt keine Schriftwerke sind, kann einSammelwerk, falls es vermöge der ihm eigenthümlichen Auswahl undAnordnung des Stoffes ein originales Ganze bildet, als Schriftwerkerscheinen. So z. B. ein Wörterbuch, eine Sammlung von Sprüch-wörtern oder geflügelten Worten, eine Zahlentabelle, ein Adrefsbuch»ein Kursbuch, ein Kochbuch u. s. w . 18

Zu den Schriftwerken gehören hiernach zweifellos auch Ueber-setz ungen 14 .

Briefe sind keine Schriftwerke, wenn sie lediglich der Ueber-mittlung von Nachrichten oder dem Austausche von Gedanken dienen 15 .Sie sind dagegen Schriftwerke, wenn sie einen geistigen Gehalt ineigenthümlicher Form ausprägen 16 . Auch Tagebücher und andereAufzeichnungen, die der Verfasser zunächst nur für sich selbst macht,können Schriftwerke sein 17 .

Inwieweit die in Zeitungen und Zeitschriften veröffent-

So endlich eine Sammlung von Kirchenliedern, eine Gedichtsammlung, eine Antho-logie, eine Chrestomathie, ein Lesebuch u. s. w., wenn auch alle einzelnen Stückegemeinfrei sind; Wächter a. a. 0. S. 71 ff.

13 Vgl. Köhler, Autorr. S. 179ff. u. Kunstwerk S. 21 ff., Wächter, Autorr.S. 59 ff, Daude S. 16 ff., Scheele S. 7; dazu über Tabellenwerke Heydemannu. Dambach a. a. 0. S. 131, 135 ff., 218 ff., über Fibeln ib. S. 96, über Koch-bücher ib. S. 74 u. 82, über Adrefsbücher ib. S. 411 ff. u. 416 ff, R.Ger. XIINr. 25, Str.S. XVII Nr. 48, über Kursbücher Dambach, Fünfzig GutachtenS. 54 ff. Daher ist auch z. B. eine Zeitung als Ganzes geschützt, mag sie auchnur aus ungeschützten Nachrichten bestehen; Dambach, Komm. S. 89, Kloster-mann, Urheberr. S. 16, Wächter, Autorr. S. 81. Ebenso ein Formularbuch,obschon einzelne Formulare kein Gegenstand des Urheberrechts sind; Heyde-mann u. Dambach S. 204 ff., Wächter a. a. 0. S. 62, Daude S. 16.

14 R.Ges. I § 6 Abs. 6; Wächter a. a. 0. S. 51; Köhler, Autorr. S. 172ff.u. 208 ff, Kunstwerk S. 23 ff; Daude S. 27. Das Urheberrecht an der Ueber-setzung darf auch der Verfasser des Originals nicht verletzen; R.Ger. b. Seuff.XLV Nr. 211, Z. f. II.R. XLI 217. Die Beschränkung des Urheberrechtes aufrechtmäfsige Uebersetzungen, wie sie sich im Oesterr. Pat. § 6 u. in anderenausländ. Gesetzen (auch in Berner Uebereink. Art. 6) findet, ist dem deut. R. fremd.

15 Also z. B. Familienbriefe, gewöhnliche Geschäftsbriefe u. s. w.; vgl. Dam-bach, Komm. S. 20 ff, Wächter, Autorr. S. 63 ff., Daude S. 23, ScheeleS. 9. A. M. End emann S. 22 u. zum Theil auch Klo stermann, Urheberr. S. 13. Die unbefugte Veröffentlichung eines solchen Briefes kann jedoch einen Ein-griff in das allgemeine Recht der Persönlichkeit enthalten; oben § 81 Anm. 9.

16 Anerkannt vom O.L.G. Stuttg. b. Seuff. XXXVII Nr. 61. Vgl. auchHeydemann u. Dambach S. 234ff; Goltdammer, Arch. f. Preufs. Strafr. IX535; Wächter ib. XI 384 ff., Verlagsr. I 238 ff, Autorr. S. 63ff.; Kloster-mann, Geist. Eigth. S. 322 ff; Mandry S. 153 ff.; Harum S. 94ff; DambachS. 19; Scheele S. 9.

17 Wächter, Autorr. S. 45.