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1 (1895) Allgemeiner Teil und Personenrecht
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Viertes Kapitel. Persönlichkeitsreclite.

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auch Vorträge, Predigten, Reden, dichterische Improvisationen u. s. w.können daher als Schriftwerke erscheinen 4 5 .

Um aber ein Schriftwerk zu sein, mufs das sprachliche Erzeugnifsdie Merkmale eines Geistes Werkes tragen, sich also als ein durchFormgebung individualisirter Gedankeninhalt darstellen. Man nenntein solches Geisteserzeugnifs einlitterarisches Erzeugnifs. Dabeidarf jedoch das entscheidende Gewicht nicht darauf gelegt werden,oh das Werk sich für den litterarischen Verkehr eignet, ob esverlagsfähig odervermögensrechtlich verwerthbar ist 6 . Nochweniger darauf, ob es vom Verfasser für den litterarischen Verkehrbestimmt ist 6 . Auch nicht darauf, welcher innere literarische Werthihm zugemessen werden kann 7 . Vielmehr allein darauf, ob es ver-möge einer ihm eigentümlichen Verbindung von Idee und Form alsein individualisirtes Ganze erscheint 8 . Es mufs sich als originalegeistige Schöpfung offenbaren, die so nur aus der Arbeit eines be-stimmten persönlichen Geistes hervorgehen konnte.

4 Das R.Ges. I § 5 litt, b schützt ausdrücklich gegen unbefugten AbdruckVorträge, welche zum Zwecke der Erbauung, der Belehrung oder der Unterhaltunggehalten sind, während es in § 7 litt, d den Abdruck öffentlicher Reden frei-giebt (unten Anm. 19). Man mufs § 5 litt. b. als Regelanwendung, § 7 litt, d alsAusnahmebestimmung auffassen; Wächter, Autorr. § 9 (u. schon für das ältereRecht Verlagsr. § 15), Kollier S. 196; unrichtig Klostermann, Urheberr. S. 20u. h. Endemann II 256 (auch für das ältere Recht Geist. Eigth. S. 160 ff.), Dan deS. 25 ff., Scheele S. 31 ff. Mithin sind mündlich mitgetheilte Geisteserzeugnisse,falls sie nur nicht unter § 7 litt, d fallen, auch dann des Schutzes als Schriftwerkefähig, wenn sie nicht zu den in § 5 litt, b hervorgehobenen Vorträgen gehören.Andrerseits müssen auch Vorträge der in § 5 litt, h hezeichneten Art, um einUrheberrecht zu begründen, Geisteswerke sein; Dambach, Komm. S. 59; un-richtig Kl oster mann b. Endemann II 257.

5 Verlagsfähigkeit fordern Jolly S. 101 ff., Harum S. 70 ff., Wächter,Verlagsr. I 157 ff, Autorr. S. 45 u. 54ff, Dambach S. 15ff, Daude S. 13 ff,Scheele S. 5 ff; vgl. dagegen Seuff. XXXVII Nr. 61 S. 96 ff, SpöndlinS. 59 ff, Stohbe § 160 Anm. 4 S. 25, Köhler, Autorr. S. 159 ff.Vermögens-rechtliche Venverthbarkeit fordert Klostermann, Geist. Eigth. S. 150 ff., Ur-heberr. S. 40 ff., b. Endemann S. 150 ff.; vgl. gegen ihn R.O.II.G. XVI 228, Seuff.a. a. O. S. 95, Stohbe a. a. O. S. 24, Gierlce a. a. 0. S. 267 ff.GewerblicheVenverthbarkeit fordert Franken S. 408.

6 Wie Endemann S. 5 ff. will; hiergegen Seuff. a. a. 0. S. 97, MandryS. 78, Dambach S. 15, Wächter, Autorr. S. 46 ff., Stobhe S. 25.

7 Vgl. Wächter a. a. 0. S. 46 Anm. 9, Daude S. 15, Scheele S. 6 ff,R.Ger. Str. S. XIX 200, Dambach, Fünfzig Gutachten S. 106. Auch unsitt-licher oder verbotener Inhalt hindert an sich nicht, wie Wächter, Verlagsr. I180 u. Autorr. S. 91, Harum S. 71 u. Köhler S. 198 behaupten, die Entstehungeines Urheberrechts; vgl. Mand>-y S. 147 ff., Spöndlin S. 53, Stohbe § 160Anm. 5, Scheele S. 13 u. bes. Schuster S. 53 ff.

8 Vgl. bes. Stohbe III 24 ff., Kollier, Autorr. S. 160ff u. Kunstwerk S. 7ff.