§ 70. Beendigung der Körperschaften.
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unmittelbar einem Thatbestande beilegt oder sie aus einer daraufgerichteten eignen Handlung der Körperschaft oder endlich aus einerentsprechenden fremden Handlung entspringen läfst, sind drei Gruppenvon Beendigungsgründen zu unterscheiden.
1. Beendigung durch Verwirklichung eines That-bestandes.
a. Erreichung eines gesetzten Lebenszieles. Wenneine Körperschaft nur auf bestimmte Zeit errichtet ist, endet sie durchZeitablauf * 2 3 ; wenn nur für die Erfüllung einer vorübergehenden Auf-gabe, durch Zweckerreichung 8 . Dagegen geht eine auf die Dauer er-richtete Körperschaft nicht ohne Weiteres dadurch unter, dafs diefernere Erfüllung ihres Zweckes unmöglich wird 4 . Vielmehr kannsie nach verfassungsmäfsiger Abänderung ihrer Zweckbestimmung füreine neue Lebensaufgabe fortbestehen 5 .
b. Wegfall des persönlichen Substrats. Die Körper-schaft endet durch den Wegfall sämmtlicher Mitglieder 6 * . Nur bei
lediglich, die Persönlichkeit abspricht, ohne ihr Verbandsleben zu zerstören, oderumgekehrt die Fortdauer dieser Persönlichkeit annimmt, obwohl das Verbandslebenerloschen ist, so ist die Körperschaft im ersten Falle trotz ihres realen Fortbestandesrechtlich beendigt, im zweiten Falle trotz ihres realen Nichtbestandes rechtlichnicht beendigt. Gierke a. a. 0. S. 830 ff.
2 II.G.B. Art. 242 Z. 1, R.Ges. v. 1. Mai 1889 § 77 u. v. 20. Apr. 1892 § 60Z. 1; Preufs. Wassergenoss.Ges. § 31 Z. 1, Sachs. Ges. v. 15. Juni 1868 § 30 Z. 1,Bayr. Vereinsges. Art. 26. — Eine Fortsetzung über das Ziel hinaus mufs vordessen Eintritt verfassungsmäfsig beschlossen sein und hat überdies mangels ab-weichender Satzung ein Sonderrecht jedes Mitgliedes auf Nichtfortsetzung zu über-winden; Renaud, Z. f. II.R. XIII 141 ff., Löwenfeld a. a. 0. S. 388 ff., Gierkea. a. 0. S. 254 Anm. 3, vgl. oben § 68 Anm. 18 u. 23; a. M. O.Tr. Berlin b.Seuff. XXIV Nr. 57 u. R.Ger. VI Nr. 32.
3 Windscheid § 61, Wächter, Pand. § 57, Dernburg, Pand. § 64,
Bekker, Pand. § 65 Anm. h, Gierke a. a. 0. S. 843 Anm. 2; a. M. Stobbe§ 54 Anm. la, Regelsberger § 85 III.
i Seuff. I Nr. 54, XXXVII Nr. 55, XLIV Nr. 101; Bekker § 65 Anm. i,Gierke a. a. 0. S. 843 Anm. 4; a. M. Thöl, H.R. § 174, u. Renaud, Alrtienges.S. 788. — Die Unmöglichkeit der Zweckerreichung kann jedoch ein staatliches Auf-hebungsrecht begründen; Pr. L.R. II, 6 § 189, R.Ges. v. 20. Apr. 1892 § 61. •
6 Möglicher Weise freilich erst nach Ueberwindung entgegenstehender Sonder-
rechte; R.Ger. b. Seuff. XXXVII Nr. 55.
6 Pr. L.R. II, 6 § 179; Sachs. Gb. § 56 u. Ges. v. 15. Juni 1868 § 29;R.Gew.O. § 94 Abs. 6. So überwiegend auch die ältere civilistische Theorie;Gierke, Genossenschaftsr. III 237, 411 Anm. 241 u. 479 ff. Vgl. P feifer, J.P. § 40,Brinz, Pand. (1. Aufl.) S. 1147, Unger I 345 Anm. 60, Wächter, Pand. I § 57,Dernburg, Pand. § 64 Anm. 2, Stobbe § 54 Anm. 4, Meurer a. a. 0. I 93 ff,Gierke, Genossenschaftsth. S. 833 ff, Regelsberger § 85 I 1. — Dafs nichtblos der Tod, sondern auch der Austritt aller Mitglieder eine Beendigung des