§ 68. Verhilltnifs der Körperschaft zu ihren Gliedern.
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ertrages 30 . In ähnlicher Weise wie das Eigenthum kann ein be-grenztes dingliches Recht als genossenschaftliches Ge-s a m m t r e c h t einer Körperschaft und ihren Mitgliedern gemeinschaft-lich zustehen 87 . Andrerseits findet sich auch die Ausgestaltung einerdinglichen Last zu einer genossenschaftlichen Gesammt-last, die mit der Körperschaftslast zugleich Sonderlasten der Mitgliederbegründet 88 .
Die gröfste Mannichfaltigkeit waltet bei den obligatio neu-rechtlichen Sonderrechtsverhältnissen, die eine individualrechtlicheObligation durch Verflechtung in das Körperschaftsverhältnifs in sehrverschiedenem Grade sozialrechtlich umprägen 39 . Hierher gehören allefür Mitglieder oder Organträger aus ihrer Gliedstellung herauswachsen-den selbständigen Forderungsrechte gegen die Körperschaft, wie sie
Maßgabe der gesetzlichen und statutarischen Bestimmungen realisirt werden kann(H.G.B. Art. 245, R.Ger. VII Nr. 10), jedoch als Sonderrecht in ihrem wesentlichenGehalt unantastbar ist (R.O.H.G. XXIV 224, XXV 263). Ebenso beim Kux (Gierkea. a. 0. S. 279 Anm. 3, R.O.H.G. XIX 192 u. 194, XXV 280).
36 Diesen Inhalt hat das dem Aktionär verfassungsmäfsig zugesicherte Rechtauf Dividende, das zwar als Mitgliedschaftsrecht der statutenmäfsigen Bestimmungund Festsetzung durch Körperschaftsbeschlufs unterliegt (R.O.H.G. XI Nr. 43, XXVNr. 77, R.Ger. IV Nr. 28, XIV Nr. 38, XV Nr. 21, XXII Nr. 20), jedoch alsSonderrecht in dem ihm statutenmäfsig einmal verliehenen Gehalt für die Körper-schaft unantastbar ist (R.O.H.G. IX 272 ff., XI 118 ff., XIV 357, XXV 263, R.Ger.XV Nr. 21); vgl. Gierke a. a. 0. S. 246 ff., Neukamp, Z. f. d. g. IRR. XXXVIII45 ff., K. Lehmann a. a. 0. S. 376 ff. Das Dividendenbezugsrecht erscheint daherals Frucht des Mitgliedschaftsrechtes; Seuff. XLVII Nr. 132. (Möglich ist übrigensauch, dafs statt oder neben dem Dividendenbezugsrecht den Aktionären ein un-mittelbares Gebrauchsrecht an Vermögensobjekten der Gesellschaft als Sonderrechteingeräumt ist, Gierke a. a. 0. S. 246 Anm. 3). Gleiche Natur hat das Recht desGewerken auf einen verhältnifsmäfsigen Antlieil der Ausbeute; Preufs. Bergges.§ 102. Ebenso im Zweifel das Recht des Gesellschafters auf einen Antheil amReingewinne der Gesellschaft mit beschränkter Haftung; R.Ges. v. 20. Apr. 1892§ 29, Neukamp, Komm. S. 72 ff. Vgl. übrigens unten Anm 41.
37 Gierke a. a. 0. 207ff. u. 235 Anm. 2. So z. B. eine für eine Gemeindeals solche begründete Weide-, Ilolzungs- oder Wegeservitut, kraft deren sämmtlicheGemeindeglieder oder die Mitglieder einer Klasse zur Benützung des belastetenGrundstückes für individuelle Zwecke befugt sind; vgl. z. B. Seuff. I Nr 1 u. 313,II Nr. 258, VIII Nr. 113, XVI Nr. 176, XXIV Nr. 12, XLII Nr. 101. Oder einein ähnlicher Weise einer Innung zum Nutzen der Mitglieder zustehende Servitut;a. a. 0. XII Nr. 229, R.Ger. VII Nr. 53. Auch begegnen Reallastberechtigungengleicher Struktur; Seuff. XVI Nr. 174, XXIX Nr. 12 u. 14. Desgleichen Bann-rechte, a. a. 0. XXIII Nr. 108.
38 So z. B. eine Servitut oder Reallast, die eine Gemeindegemarkung alssolche und die einzelnen in ihr befangenen Grundstücke belastet; Gierke a. a. 0.S. 209, Seuff. I Nr. 1, IX Nr. 256, XVI Nr. 175, XXII Nr. 249.
39 Gierke a. a. 0. S. 333 ff.