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1 (1895) Allgemeiner Teil und Personenrecht
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418
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418 Erstes Kapitel. Das Recht der Einzelpersönlichkeit.

lose ist Person, daher des Familien- und Vermögensrechtes fähig S. * * * * 10 * .Allein er ist eine minderwerthige Person. Darum ist er vor Allemvom Vollgenossenrecht in der Gerichtsversammlung ausgeschlossen;er kann nicht Richter, Schöffe, Fürsprech oder Zeuge sein n , entbehrtbei gerichtlichen Klagen und Zweikämpfen des Vormundes 12 und wirdnicht zum Reinigungseide zugelassen 13 . Ebenso erkennen ihn Ge-meinden und Genossenschaften nicht als gleichberechtigtes Mitgliedan; in den Städten wird ihm das Bürgerrecht und die Rathsfähigkeitversagt 14 * ; Gilden und Zünfte weigern ihm die Aufnahme 16 . Auchdarbt er des Lehnrechts 16 . Rechtsverletzungen an ihm sind möglichund strafbar 17 , werden aber meist geringer geahndet 18 * . Er hat keinWergeid und nur eine scheinbare oder unvollkommene Bufse 10 . Dochtreten bei den verschiedenen Klassen der rechtlosen Leute nicht allediese Folgen in gleicher Strenge ein.

a. Kraft Urtheils ist rechtlos, wer zu einer schimpflichenStrafe, die den Leib dem Henker preisgiebt, verurtheilt ist 20 . DieVerurtheilung als solche macht rechtlos. Mag daher auch die Strafedurch Vergleich oder durch Ablösung mit Geld oder auf einemanderen Wege abgewandt sein, so bleibt doch die Rechtlosigkeit be-stehen 21 . Denn die öffentliche Feststellung, dafs der Schuldige seine

S. 5 ff. u. Schröder S. 452 hierrecht fürStand, Iieusler S. 190 ff. für die

durch den Stand bedingte Rechtsstellung.

10 Sachsensp. I Art. 51 § 1; Magdeb. R. f. Görlitz v. 1304 § 136; Schwabensp.(W.) c. 38; Gosl. Stat. S. 8 Z. 28 ff.

11 Sachsensp. I Art. 61 § 4, II Art. 12 § 3, III Art. 65 § 1, 70 § 1; Richtst.L.R. Art. 32 § 8; Schwabensp. (W.) c. 54 u. 75.

12 Sachsensp. I Art. 48 § 1, III Art. 16 § 2; Rechtsb. n. Dist. I 49 d. 4.Darum hat er auch nichterholunge u. wandil; Kraut Nr. 71.

13 Sachsensp. I Art. 39, II Art. 26 § 2; Stellen b. Kraut Nr. 65 u. 66;

Planck, Gericlitsv. II 22 ff. u. 59. I-Ieusler I 194 u. 197 erblickt hierin nur

eine Folge der mit Rechtlosigkeit kraft Urtheils verbundenenEhrlosigkeit; vgl.

indefs Görl. L.R. Art. 47 § 19 (Kraut Nr. 31), wonach sogar umgekehrt, werdurch Urtheil gezwungen oder aus Muthwillen das glühende Eisen trägt,an simerechte gekrenket wirt.

14 Rechtsb. n. Dist. V 2 pr. (b. Kraut Nr. 73).

16 Gosl. Stat. S. 76 Z. 25 ff.

16 Sachsensp. Lehnr. Art. 2 § 1.

17 Sachsensp. III Art. 45 § 11; Gl. zu Sachsensp. I Art. 38.

18 Kraut Nr. 72 u. 90; Stobbe § 47 Anm. 17, 22 u. 26.

19 Sachsensp. III Art. 45 § 1011; vgl. auch L. Fris. V 1.

20 Nach Sachsensp. I Art. 38 § 1 u. Art. 65 § 1 Strafen zu Hals und Handoder zu Haut und Haar (körperliche Züchtigung). Manche Quellen führen die mitsolchen Strafen bedrohten Verbrechen auf; Kraut Nr. 28 u. 29.

21 Sachsensp. a. a. O. u. II Art. 13 § 1 u. Art. 19 § 2; Gosl. Stat. S. 93Z. 10 ff.; Görl. Landr. Art. 47 § 15.