§ 44. Altersunterschied.
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noch kürzere Termin von 10 Jahren 11 , aber auch ein längerer von15 12 , vereinzelt auch von 14 oder 16 Jahren 13 .
Als diese Termine als verfrüht empfunden wurden, schritt manvielfach zur Verlängerung der Unmündigkeit. Insbesondere wurdenstatt 12 oft 18 Jahre als Grenze bestimmt 14 . Anderswo hielt manan dem Mündigkeitstermin von 12 Jahren fest, führte aber einezweite Altersgrenze ein, bis zu deren Erreichung der Mündige, ob-wohl er der Munt über Andere und über sich selbst fähig war, frei-willig unter Vormundschaft verharren konnte 15 . Dieser zweite Terminwurde im sächsischen Recht und sonst auf 21 Jahre gelegt 18 , währendin manchen Rechten 24 oder auch unter dem Einfiufs des römischenRechts 25 Jahre dafür eintraten 17 . Zur Unterscheidung beider Alters-stufen wurden die Ausdrücke „binnen seinen Jahren“ und „binnenseinen Tagen“ üblich. Blieb der zu seinen Jahren Gekommene unter
11 So bei den Angelsachsen nach Hlothar u. Eadric c. 6 b. Schmid S. 12;mit dem Zuschläge von Jahr u. Tag auch in Ditmarschen, vgl. oben Anm. 4.
12 So nach rheinfränk. u. burgund. Recht, 1. Rib. 81 u. 1. Burg. 87; ebensonach späteren französ. Quellen, Kraut, Yorm. I 133 ft'.; in Aachen (aber fürMädchen 14 Jahre), Lörsch, Aachener Rechtsdenkm. S. 113 Art. 52; in denStadtr. v. Kolmar § 32 u. Dattenried § 32 b. Gaupp I 120 u. II 181; in Leob-schütz, Kraut I 133; in nordischen Rechten, Rive I 52 u. 73. Für einzelne Be-ziehungen auch nach Augsb. Stat. v. 1276 (Meyer) Art. 40 u. 68.
13 14 Jahre in 1. Wisigoth. IV t. 3 c. 4 u. Scliwabensp. (L.) c. 60 u. 63, worömischer Einflufs wahrscheinlich ist; aber auch nach Berner Handf. v. 1218 § 52,Bayr. L.R. v. 1346 Art. 121 u. 325, Oesterr. L.R. Art. 52 u. s. w.; vgl. Stobbe§ 40 Art. 6 u. 11. 16 Jahre nach Tiroler L.O. v. 1532 III Art. 52 u. Henneb.L.O. v. 1539 III 6, 8; vgl. Kraut I 157 Anm. 15.
14 So im langob. R. seit ed. Liutpr. c. 19 u. 117; nach lüb. R. b. Hach II
Art. 101, 102, 203, Hamb. v. 1270 V Art. 3, Brem. v. 1303 Art. 8, Braunschw.
Rathsver. v. 1408 c. 49 u. anderen niedersächs. Stadtr., Kraut I 135 ft’.; nachFrankf. R. im 15. Jahrli., Orth, Anm. I 9 ff.; nach Ditmars. Landr. v. 1567Art. 24; nach Bayr. L.R. v. 1518 t. 51 Art. 4, österr. Statutarr. b. HasenöhrlS. 107 ff., Nürnb. Ref. v. 1564 t. 39 Art. 11. Ebenso nach Aurea bulla c. 7 § 4für Kurfürsten, was dann im hohen Adel vorbildlich wurde. — 20 Jahre begegnenin Augsb. Stat. Art. 95, Rigischem Ritterr. c. 40, Oesterr. W. IV 354 Z. 39,französ. u. nord. Rechten, vgl. Kraut I 137.
16 Saclisensp. I Art. 42 § 1, Yetus Auctor I § 64, Erfurter Stat. v. 1306 § 9,
französ. Stat. b. Kraut I 144. Nach dem oben Anm. 6 Bemerkten bestand die
Neuerung zunächst nur in der Setzung einer festen Altersgrenze für die Zulässig-keit der Vormundschaftsverlängerung. Um so weniger darf man mit ThudichumS. 31 an eine Herübernahme von römischem Recht denken.
16 Sachsensp. I Art. 42 § 1, Lehnr. Art. 26; ebenso mehr und mehr imfranzös. u. engl. R., Kraut I 147 ff.
17 24 Jahre im Vetus Auctor I § 65, kl. Kaiserr. II 17, vgl. Kraut I 137 u.141. 25 zuerst im Schwabensp. (L.) c. 51 (hinter 18 J.), 61 u. 63, dann im lüb. R.b. Hach II Art. 102 (hinter 18 J.).