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1 (1895) Allgemeiner Teil und Personenrecht
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340
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340 Drittes Kapitel. Ausübung und Schutz des subjektiven Rechts.

wohl Ausflufs der grundherrlichen Gewalt war, dann aber überhauptdem Zinsherrn gegen den Zinsbauer 28 , dem Vermiether gegen denMiether 24 und nicht selten auch dem Rentengläubiger gegen denRentenschuldner 23 an der auf dem belasteten Grundstück befind-lichen Fahrnifs zustand 26 . Doch ist heute auch dieses Pfändungsrecht,das auf dem Lande noch in unserem Jahrhundert vielfach in Geltungwar, durchweg erloschen 27 . Ebenso sind manche andere Fälle, indenen das ältere deutsche Recht theils wegen der Nothlage desGläubigers, theils im Zusammenhänge mit einer Ilerrschaftsbefugnifsdie eigenmächtige Pfändung um Schuld gestattete, heute veraltet 28 .

23 Vgl. bes. Sachsensp. I Art. 54 § 1; Richtst. Lehnr. Art. 29 § 23; Land-friede v. 1281 § 59 (M.G.L. II 430); Brunner Schöffenb. c. 117 u. 236; BremerLandr. li. Pufendo rf, Observ. IV app. p. 73; Nürnb. Ref. v. 1564 XXIII 9 Abs. 2;Tiroler L.O. II 63; Bayr. L.R. IV c. 7 § 28; andere spätere Quellen b. WildaS. 214 ff.; Schweiz. Quellen b. Nägeli S. 46 ff.

24 Vgl. z. B. Vcrm. Sachsensp. II c. 4 d. 1, 6, 810; Llib. R. (Hach

Cod. III) Art. 311; Hamb. R. I, 9, IV, 15; Bremer Stat. v. 1428 I c. 47; Münchener

Stadtr. Art. 292; Augsburger Stadtr. v. 1276 Art. 128 (Meyer S. 213); WienerStadtr. (Schuster) Art. 38; Rotenburgei' Stadtr. §62 (Gengier, Deutsche Stadt-rechte S. 385); Basler R. v. 1457 § 56 (Basler Rechtsq. I Nr. 148). Vgl.Trümmer, Merkwürdige Erscheinungen in der Hamb. Reclitsgescli. II 102126.

25 Vgl. Gosl. Stat. S. 21 Z. 1 ff. u. S. 22 Z. 1 ff.; Venn. Sachsensp. a. a. 0.

d. 7; Brünner Schöffenb. c. 121; Schles. Landr. Art. 358 (Gaupp 195); Stral-

sunder Stadtb. (Fabricius) S. 156 Nr. 242; Freiberger Stat. Art. 20 (Schott III159); Münchener Grundb.O. v. 1572 XII § 4. Dazu Stobbe, Z. f. D. R. XIX199 ff

26 Die Pfändung darf nurup der were stattfinden; Goslar. Sat. S. 22 Z. 1,Iglauer Stadtr. c. 95 (Tomascliek S. 294), Brünner Schöffenb. c. 120; Stobbea. a. O. S. 201 ff. Ueber die Ausdehnung des Pfändungsrechtes auf fremdeSachen in Höhe eines daran dem Gepfändeten zustehenden Rechtes vgl. MeibomS. 61 ff, Stobbe, D.P.R. I 672 ff

27 In den älteren Lehrbüchern des deutschen Privatrechts wird das Pfandungs-recht des Zinsherrn an ländlichen Grundstücken noch als geltendes Recht behan-delt. Auch Beseler a. a. 0. behauptet noch dessen partikularrechtliche Geltung.Doch dürfte sich kaum ein Partikularrecht, nach dem es noch praktisch wäre, nach-weisen lassen; vgl. Stobbe a. a. 0. Anm. 31.

28 So das Pfändungsrecht des Wirthes wegen der Zeche (Wiener Stadtr.Art. 5354, Grimm, W. I 125 ff., Nägeli S. 56, noch anerkannt im Ziirch. Gb.§ 871 [jetzt § 401]), des Gewinners im Spiel wegen der Spielschuld (Augsb. Stadtr.Art. 137, Wiener Stadtr. Art. 48), des Hirten wegen des Hirtenlohns (Grimm, AV.IV 343), des Gesindes wegen des Lidlohns (Hertz, Die Ilechtsverh. des freienGesindes S. 95, Grimm, W. VI 47 § 16), des Gläubigers einer Ehefrau wegenihrer vom Manne nicht bewilligten Schuld (Schröder, Gesell, des ehel. Güten 1 .II, 3 S. 278), des Bannmüllers wegen Verletzung seines Bannrechts (Z. f. R.G. IX463 ff), der Zünfte wegen Verletzung des Zunftzwanges u. s. w.; vgl. MeibomS. 220 ff, Nägeli S. 47 u. 64, Stobbe, D.P.R. I 678 ff