§ 39. Schutz der Hechte durch Selbstliülfe.
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gestattet 15 , wurde die exekutivische Privatpfändung schon in denmeisten Volksrecliten an richterliche Ermächtigung gebunden 16 undsodann durch fränkische und deutsche Reichsgesetze grundsätzlichverboten 17 . Doch blieb sie in zahlreichen Fällen ausnahmsweiseneben der richterlichen Pfändung zulässig. Abgesehen davon, dafsbis zur Aufhebung des Fehderechts die Pfändung im Falle der Rechts-verweigeruug ausgeübt wurde 13 , galt allgemein die vertragsmäfsigeUnterwerfung des Schuldners unter die aufsergerichtliche Pfändungdurch die urkundliche Pfändungsklausel („mit und ohne Recht“) alswirksam 19 . In den Landfrieden wurde sogar oft das Pfändungsrechtwegen jeder „kundliehen, unlogenbai’en Schuld“ vorhehalten 2Ü . Der-artige Vereinbarungen kamen erst seit dem 18. Jahrhundert all-mählich aus dem Gebrauch 21 . Länger noch erhielt sich das Pfän-dungsrecht wegen versessener Zinse und Gülten 22 , das ursprünglich
R. G. S. 86, 284 ff., 360 ff, 685: Brunner, R.G. 1 § 23 S. 183, II § 110 u. 123. —Quellenstellen b. Kraut, § 107—108.
15 So noch im langob. Recht; Ed. Rothar. c. 245, 251, 252, Liutpr. c. 15,108—110. Ygl. Wach, Der Ai'restprozefs in seiner geschichtlichen Entwicklung,Leipzig 1868, S. 1 ff.
16 So nach 1. Sal. t. 50 u. 75, 1. Burg. t. 19, 96 u. 107 c. 7, 1. Bajuv. t. 13
c. 1 (pignorare nemini liceat nisi per jussionem judicis) u. 3 und anderen Yolks-
rechten (Brunner, R.G. II 446 ff).
17 Cap. de part. Sax. c. 25 (M.G.L. Sect. II Vol. I 70), Const. pac. a. 1235
c. 10 (M.G.L. II 430) und spätere Landfrieden (Wilda a. a. O. S. 189 Anm. 68);
ebenso zahlreiche partikuläre Rechtsquellen. Doch erlosch nicht überall die Pfand-nahme mit richterlicher Erlaubnifs; Brunner, R.G. II 451 Anm. 36—37. Ja derRügensclie Landgebrauch erkennt noch im 16. Jalirh. in erheblichem Umfange diePrivatpfändung um Schuld ohne jede richterliche Mitwirkung an, Delbrück, Z.f. D. R. XII 221 ff.; vgl. auch die schweizer. Quellen b. Loening a. a. O. 232 ff.,Nägeli a. a. O. 45 ff., 50 ff., 63 ff, Stobbe I § 70 Anm. 38.
18 Meibom a. a. 0. S. 220 ff., Loening a. a. 0. S. 234, Stobbe a. a. 0.
S. 676.
19 Landfr. v. 1301 (M.G.L. II 476) u. spätere Landfrieden; vgl. Wilda a. a. 0.S. 198 ff. u. 205 ff, Meibom S. 217 u. 220, Loening S. 237 ff, StobbeS. 677. — Abweichend Heusler II 207 ff.
20 Vgl. die Stellen b. Kraut § 107 Nr. 27—29. Während Wilda
S. 198 ff. darin mit den meisten Aelteren einen besonderen Fall der erlaubtenPrivatpfändung erblickte, wird seit den Ausführungen von Meibom S. 211 ff. ziem-lich allgemein angenommen, dafs es sich nur um einen Fall des vereinbartenPfändungsrechtes handelt. Ygl. auch Loening S. 234 Anm. 12.
21 Durch den ewigen Landfr. v. 1495 § 9 und den R.D.A. v. 1600 § 32 warihre Wirksamkeit nicht in Frage gestellt; doch war dies in der Theorie nicht un-bestritten; Wilda a. a. 0. S. 206 ff.
22 Wilda S. 209 ff; Meibom S. 204 ff; Beseler S. 210; StobbeS. 671 ff.
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