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1 (1895) Allgemeiner Teil und Personenrecht
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§ 39. Schutz der Hechte durch Selbstliülfe.

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gestattet 15 , wurde die exekutivische Privatpfändung schon in denmeisten Volksrecliten an richterliche Ermächtigung gebunden 16 undsodann durch fränkische und deutsche Reichsgesetze grundsätzlichverboten 17 . Doch blieb sie in zahlreichen Fällen ausnahmsweiseneben der richterlichen Pfändung zulässig. Abgesehen davon, dafsbis zur Aufhebung des Fehderechts die Pfändung im Falle der Rechts-verweigeruug ausgeübt wurde 13 , galt allgemein die vertragsmäfsigeUnterwerfung des Schuldners unter die aufsergerichtliche Pfändungdurch die urkundliche Pfändungsklausel (mit und ohne Recht) alswirksam 19 . In den Landfrieden wurde sogar oft das Pfändungsrechtwegen jederkundliehen, unlogenbaien Schuld vorhehalten . Der-artige Vereinbarungen kamen erst seit dem 18. Jahrhundert all-mählich aus dem Gebrauch 21 . Länger noch erhielt sich das Pfän-dungsrecht wegen versessener Zinse und Gülten 22 , das ursprünglich

R. G. S. 86, 284 ff., 360 ff, 685: Brunner, R.G. 1 § 23 S. 183, II § 110 u. 123.Quellenstellen b. Kraut, § 107108.

15 So noch im langob. Recht; Ed. Rothar. c. 245, 251, 252, Liutpr. c. 15,108110. Ygl. Wach, Der Ai'restprozefs in seiner geschichtlichen Entwicklung,Leipzig 1868, S. 1 ff.

16 So nach 1. Sal. t. 50 u. 75, 1. Burg. t. 19, 96 u. 107 c. 7, 1. Bajuv. t. 13

c. 1 (pignorare nemini liceat nisi per jussionem judicis) u. 3 und anderen Yolks-

rechten (Brunner, R.G. II 446 ff).

17 Cap. de part. Sax. c. 25 (M.G.L. Sect. II Vol. I 70), Const. pac. a. 1235

c. 10 (M.G.L. II 430) und spätere Landfrieden (Wilda a. a. O. S. 189 Anm. 68);

ebenso zahlreiche partikuläre Rechtsquellen. Doch erlosch nicht überall die Pfand-nahme mit richterlicher Erlaubnifs; Brunner, R.G. II 451 Anm. 3637. Ja derRügensclie Landgebrauch erkennt noch im 16. Jalirh. in erheblichem Umfange diePrivatpfändung um Schuld ohne jede richterliche Mitwirkung an, Delbrück, Z.f. D. R. XII 221 ff.; vgl. auch die schweizer. Quellen b. Loening a. a. O. 232 ff.,Nägeli a. a. O. 45 ff., 50 ff., 63 ff, Stobbe I § 70 Anm. 38.

18 Meibom a. a. 0. S. 220 ff., Loening a. a. 0. S. 234, Stobbe a. a. 0.

S. 676.

19 Landfr. v. 1301 (M.G.L. II 476) u. spätere Landfrieden; vgl. Wilda a. a. 0.S. 198 ff. u. 205 ff, Meibom S. 217 u. 220, Loening S. 237 ff, StobbeS. 677. Abweichend Heusler II 207 ff.

20 Vgl. die Stellen b. Kraut § 107 Nr. 2729. Während Wilda

S. 198 ff. darin mit den meisten Aelteren einen besonderen Fall der erlaubtenPrivatpfändung erblickte, wird seit den Ausführungen von Meibom S. 211 ff. ziem-lich allgemein angenommen, dafs es sich nur um einen Fall des vereinbartenPfändungsrechtes handelt. Ygl. auch Loening S. 234 Anm. 12.

21 Durch den ewigen Landfr. v. 1495 § 9 und den R.D.A. v. 1600 § 32 warihre Wirksamkeit nicht in Frage gestellt; doch war dies in der Theorie nicht un-bestritten; Wilda a. a. 0. S. 206 ff.

22 Wilda S. 209 ff; Meibom S. 204 ff; Beseler S. 210; StobbeS. 671 ff.

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