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Zweites Kapitel. Das Werden des subjektiven Rechts.
gebildetes Institut konnte sieh freilich daraus nicht gestalten, weilman in Folge der mangelhaften Scheidung von subjektivem und ob-jektivem Recht die Unvordenklichkeit mit dem örtlichen Gewohnheits-recht als „Herkommen“ zusammen warf 25 . Wohl aber war der Stoffvorhanden, aus dem die Jurisprudenz ein selbständiges Rechtsinstitutgeformt hat 26 . Sie stützte sich dabei auf einzelne Stellen des römischenRechts, in denen der „vetustas“ oder dem Zustande „cujus memorianon extat“ Schutz gewährt wird 27 und auf die Verallgemeinerungdieses Gedankens im kanonischen Recht 28 . Auch in deutschenReichsgesetzen fand die Wirkung der unvordenklichen Zeit mehrfachAnerkennung 29 . So entstand ein gemeinrechtliches Rechtsinstitut.Dagegen verhalten die neueren Gesetzbücher sich gegen das ganzeInstitut ablehnend und schaffen nur zum Tlieil in anomalen Ver-jährungsarten einen Ersatz 30 . Hierbei macht sich auf dem Gebietedes subjektiven Rechts dieselbe Richtung geltend, die auf dem Gebiet
§ 43, 868 Z. 1, V 17 § 10, 67 § 53, 333 § 25, 434, 444, 466 § 10, 613, VI 74,212, 214 § 1, 240, 579 § 5, 654, 718, 749 § 18; Urk. b. Lörsch u. SchröderNr. 153, 175, 190. Ändere Beispiele b. Buclika a. a. 0. S. 3 ff., Fried-länder a. a. 0. II 7 ff. Vorzugsweise bei den Beclitsverhältnissen am Gemein-lande, den Rechten des Grundherrn, den Verpflichtungen zu Abgaben undDiensten, den Regalgerechtigkeiten u. s. w. findet die Berufung auf Unvordenk-lichkeit statt.
26 Gierke, Genossenschafter. II 462—464.
26 Gegen den deutschrechtlichen Ursprung des Instituts wendet sichPfeiffer, Z. f. D.R. VIII 1 ff.; vgl. aber Buchka a. a. 0., Friedländera. a. 0., Beseler a. a. 0., Stobbe § 69 Anm. 4 u. 7, Regelsberger § 127Anm. 1.
27 Bei öffentlichen Wegen, Wasserläufen und Wasserleitungen; 1. 3 pr. D.de loc. et intin. publ. 43, 7, 1. 1 § 23, 1. 2 pr., 1. 26 D. de aqua pluvia 39, 3,1. 3 § 4 D. de aqua quot. 43, 20; dazu Savigny a. a. 0. § 196—197, Leon-hard a. a. 0. S. 243 ff.
28 C. 1 in VI 0 de praescript. 2, 13; auch c. 21, 26 X de V. S. 5, 40. Vgl.Unterholzner § 143, Savigny § 198.
29 A. B. c. 8, c. 28 § 5; R.A. v. 1548 § 56, 64; R.A. v. 1576 § 105; I.P.O.Art. 5 § 27, Art. 15 § 2.
30 Das Pr. L.R. hilft in einigen Fällen durch eine fünfzigjährige Ver-jährung (I, 9 § 655—663), hinsichtlich des Adels und des Domänenbesitzes durcheine vierundvierzigjährige Verjährung (II, 9 § 19, II, 14 § 39), im Uebrigendurch den Schutz des Besitzes im „Normaljahre“ 1740 gegenüber dem Fiskus(I, 9 § 641—647, II, 9 § 18); vgl. Dernburg, Preufs. P.R. I § 179—180. Ab-geschafft ist das Institut im Code civ. Art. 691 (Zachariä § 774a), im österr.R. (Unger II 256), im Sachs. Gb. Auch der Entw. will es beseitigen; vgl.Gierke, Entw. S. 179 ff