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1 (1895) Allgemeiner Teil und Personenrecht
Entstehung
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§ 26. Die Einzelanwendung des Prinzips der Geltung fremder Rechtsquellen. 249

Was endlich die Verjährung betrifft 164 , so will zwar eine ver-breitete Meinung über die Klagenverjährung, weil sie ein Institut desTrozefsrechts sei, die lex fori entscheiden lassen 165 . In Wahrheit aberist die Verjährung, da sie die Rechte in ihrer Wirksamkeit begrenzt,durchweg als Institut des materiellen Rechts nach demjenigen Gesetzzu beurtheilen, dem das fragliche Rechtsverhältnis untersteht 166 .

Wirkung in Konkurs verfallene Person erscheint; vgl. oben Anm. 17, Köhler§ 120; a. M. Bar II 55511'., 568, 593. Ferner entscheidet, während die Art derGeltendmachung und die Reihenfolge der Befriedigung aller Gläubigerrechte durchdas Gesetz des Konkursgerichtes bestimmt wird (Seuff. VI Nr. 1, XLI Nr. 322,

R. Ger. I Nr. 119), über Bestand und Umfang der zu Grunde liegenden Privatrechtedas am Orte ihres Sitzes geltende Recht (somit über Eigenthum und dinglicheRechte, insbesondere auch vorbehaltlich der oben Anm. 48 erwähnten Einschränkungüber Gültigkeit und Rangordnung der Pfandrechte die lex rei sitae, über Entstehung,Inhalt und Aufhebung von Obligationen im Zweifel die lex solutionis, über familien-rechtliche Ansprüche das Personalstatut, über die Frage, ob ein Urheberrecht, einGehaltsanspruch u. s. w. als höchst persönliches Recht dem Zugriff der Gläubigerentzogen ist, das Ileimathsgesetz dieses Rechts); Näheres b. Köhler § 118, BarLehrb. S. 201 ff., vgl. auch Seuff. XIV Nr. 271, Rechtshiilfeverträge b. Niemeyer

S. 75. Endlich ist die Anfechtbarkeit von Rechtshandlungen wegen Gläubigerver-kürzung im Konkurse wie aufserhalb des Konkurses regelmäfsig dadurch bedingt,dafs sie sowohl nach der lex fori zulässig ist (Seuff. XXV Nr. 115, R.Ger. XVINr. 13, XXI Nr. 5) als auch dem Recht des Ortes der Handlung entspricht (Köhler§ 119); doch will die herrschende Meinung vielmehr neben der lex fori die lexdomicilii des Empfängers (und unter Umständen die lex rei sitae) anwenden (Seuff.XXVII Nr. 1, XLV Nr. 92, R.O.Ii.G. XVII 294 ff., Stobbe §33 Anm. 33, Bar II581 ff. u. Lehrb. S. 203, Petersen, Z. f. deut. Civilproz. X 66 11.); eine andereMeinung sieht auf die lex domicilii des Veräufserers (West, Arch. f. civ. Pr.LX 358 ff.).

164 Vgl. über diese sehr streitige Materie Grawein, Verjährung und gesetz-liche Befristung, Leipzig 1880, S. 195 11.; Bar II 9211., auch 1 63711'. u. II 17111.,Lehrb. S. 119 ff.

165 So Huber a. a. 0. Nr. 7, Hommel, Rhaps. II o. 409 Nr. 16, Mitter-maier § 31, Beseler S. 127, Schmid S. 74; Seuff. VIII Nr. 7, IX Nr. 246,XII Nr. 334, XVI Nr. 90 u. 184, XIX Nr. 106, XXIII Nr. 102, XXVIII Nr. 186;O.Trib. Berl. Entscli. X 102, XI 232, Strieth. XXXVI 90, L 258. Ebenso dieenglisch-amerikanische Praxis, Story § 576 11., Wharton § 53411. WeitereNachweise b. Beseler a. a. O. Anm. 38, Bar I 93 Anm. 1 a.

166 Wächter XXV 409 11., Heffter § 39 Anm. 7, Savigny VIII 273,Grawein S. 198 Anm. 136, Bar II 9511.; Seuff. II Nr. 120, VIII Nr. 7 zu II,XII Nr. 334 zu II, XIII Nr. 5, XXV Nr. 2 u. 114, XXIII Nr. 95, XXXIV Nr. 87u. 88; R.O.II.G. XIV 258 ff, XVIII 187 ff, XXII 88 ff; R.Ger. I Nr. 51, II Nr. 6,VI Nr. 5, VII Nr. 7, IX Nr. 60. Daher entscheidet, wie über die Ersitzung(oben Anm. 4243 u. 48), so auch über die Verjährung der dinglichen Klage dielex rei sitae; Bar I 639.