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1 (1895) Allgemeiner Teil und Personenrecht
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§ 26. Die Einzelanwendung des Prinzips der Geltung fremder Rechtsquellen. 243

4. Weitere Verwandtschaft. Ueber die Rechtsverhältnisseaus weiterer Verwandtschaft niufs, da die Familie im weiteren Sinnkeine rechtliche Einheit mehr bildet, vielmehr nur noch in einzelnenBeziehungen zwischen verwandten Individuen Rechtswirkungen äufsert,hinsichtlich jedes Betheiligten sein Personalstatut entscheiden 13(i . Beieiner Kollision der hiernach mafsgebenden Gesetze kommt es auf dasPersonalstatut dessen an, dem eine Verpflichtung (z. B. zur Zahlungvon Unterhaltsgelderu) zugemuthet wird 127 .

V. Erbrecht. Das Erbrecht wird vom letzten Personal-statut des Erblassers beherrscht 138 . Als solches gilt nicht nur nachgemeinem und preufsischem, sondern auch nach französischem undsächsischem Recht das Gesetz des letzten Wohnsitzes 129 , währenddas badische und österreichische Recht und andere neuere Gesetz-bücher hier wie sonst auf die Staatsangehörigkeit sehen 130und im Verhältnifs des Deutschen Reiches zu einzelnen fremden Staatendurch neuere Verträge gleichfalls das Gesetz der letzten Staatsan-gehörigkeit zur entscheidenden Norm erhoben ist 131 .

weise auch nach braunschw. R., Steinacker S. 67 Anm. 6. Durchweg nachenglisch-amerikanischem Recht, Bar I 568 ff.

126 Anders bei der hochadligen Familie, weil sie eine körperschaftliche Ein-heit bildet; oben Anm. 37.

127 R.Ger. XVII Nr. 53 (die Alimentationsklage eines im Gebiet des preufsi-sclien Landrechts wohnhaften Verarmten dringt gegen die in Berlin wohnhaftenGeschwister durch, nicht aber gegen eine in Dresden wohnhafte Schwester); vgl.Bar I 555 ft., Böhm S. 60ff Abweichend wollen Manche das Personalstatut desBerechtigten anwenden; so z. B. Preufs. O.Tr. Entsch. LVI 8, französ. Erk. b.Bar I 555 Anm. 23. Andere das Gesetz, unter dem die Verwandtschaft ent-standen ist; dagegen Bar, Lehrb. § 27 Anm. 2. Darum entscheidet auch überden Anspruch eines unehelichen Kindes gegen den Vater oder einen anderenVerwandten seines Erzeugers das Personalstatut des in Anspruch Genommenen;Seuff. XXX Nr. 222, XXXI Nr. 1, O.Tr. Berl. Entsch. XX 300 ff, Stobbe § 34Anm. 34 a. E., Bar I 562, Regelsberger I 181.

128 Savigny VIII 295 ff, Roth I 294 ff, Stobbe I 283 ff, Bar II 295 ff u.Lehrb. S. 157 ff., Böhm S. 174 ff, Regelsberger § 46.

129 Vgl. für das gern. R. Seuff. II Nr. 354, XXXIX Nr. 179, R.Ger. VIII

Nr. 37, XIV Nr. 43, XXVI Nr. 79, XXXI Nr. 40; für das preufs. R. R.Ger.

XX Nr. 79; für das französ. u. rhein. R. Barazetti S. 219 ff. u. 225 (a. M.

Crome S. 77 Anm. 27); Sachs. Gb. § 17.

130 Vgl. für das bad. R. Seuff. XVIII Nr. 204 u. Barazetti S. 220 ff; für

das österr. R. Unger I 199 ff u. Jettei S. 63 ff. Ebenso Deut. Entw. § 29.

Ferner Zürch. Gb. § 3; Bündner § 1; Cod. civ. Ital. Art. 8.

131 So in den Verträgen mit Rufsland v. 12. Nov./13. Okt. 1874 (R.G.B1. 1875

5. 136 ff.), Griechenland v. 26. Nov. 1881, Brasilien v. 10. Jan. 1882, Serbien v.

6. Jan. 1883, Südafrikan. Republik v. 22. Jan. 1885. Insoweit sind die Landes-

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