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Drittes Kapitel. Verhältnifs der Recktsquellen zu einander.
Schwängerung geltende Recht 110 . Endlich auch nicht die lex fori 120 .Nur wird allerdings hier wie überall der Richter durch einen aus-schliefslichen Rechtssatz des einheimischen Rechts, wie z. B. durchdas französischrechtliche Verbot der Nachforschung nach der Vater-schaft, gebunden 121 .
3. Vormund schaftsrecht. Die Vormundschaft wird hinsicht-lich ihrer Errichtung und Beendigung wie hinsichtlich ihrer 'Wirkungenvom Personalstatut des Mündels beherrscht 122 . Soweit aber einestaatliche Vormundschaftsbehörde thätig wird, hat sie nach ihremRecht zu verfahren 128 . Da das Vermögen des Mündels hierbei alsEinheit erscheint, ergreift das für ihn mafsgebende Vormundschafts-recht auch die auswärts belegenen Sachen 124 . Doch haben sich nochReste des mittelalterlichen Rechts erhalten, nach dem für die Liegen-schaften auswärtiger Mündel eine besondere Vormundschaft unter derHerrschaft des Rechts der belegenen Sache errichtet wurde 126 .
mufs, nicht losreifsen, da das gesetzliche Mafs der Unterkaltsanspriiclie gewisser-mafsen nur als Ausdruck des gesetzlichen Maises der Anerkennung der natürlichenKindschaft erscheint.
119 So unter dem durchaus unzutreffenden Gesichtspunkte einer deliktisclienoder quasideliktischen Obligation vielfach die ältere gemeinrechtliche Praxis; z. B.die bayr. (Seuff. IX Nr. 247, Roth, Bayr. C.R. § 17 Anm. 71), thüring. (Seuff.II Nr. 118, XXIV Nr. 103), braunschw. (Seuff. XIX Nr. 212), kurhess. (Roth,Kurk. P.R. I 603 Anm. 35). Dafür Phillips, D.P.R. I 203, Windscheid II§ 475 Anm. 25 Nr. 3. Zum Theil auch Rar, vgl. oben Anm. 117. Bei mehrerenThatorten läfst man dann das dem Kinde günstigste Recht entscheiden; Stobbe§ 34 Anm. 36, Bar I 558 Anm. 9; anders Seuff. XXII Nr. 1.
120 So säclis. Gl). § 12 u. schon frühere Dresdner Praxis (Seuff. XIV Nr. 196);zum Theil auch die österr. Praxis (Jettei S. 57—58) und für den Fall, dafs dasGesetz des Sclrwängerungsortes keinen Anspruch gewährt, die kurhess. (Roth I 603Anm. 37). Dafür Mittermaier I § 30, Savigny VIII 279 ff., Schmid S. 86,Vesque v. Püttlingen S. 252.
121 Seuff. XII Nr. 333, XXXII Nr. 3; Unger I 197; Bar I 559 ff.
122 Savigny VIII 340 ff, Unger I 198, Stobbe I 282 ff, Bar I 564 ff,Böhm S. 70 ff, Jettei S. 58 ff; R.Ger. XXIV Nr. 66; Sachs. Gb. § 16; Deut.Entw. § 26. Das Personalstatut des Mündels entscheidet auch über die Ver-äufserung von Mündelgütern; Bar I 572 ff Desgleichen über Fähigkeit und Be-rechtigung zur Vormundschaft (soweit es sich nicht überhaupt um die Handlungs-fähigkeit handelt); Bar I 582 ff. Dagegen richtet sich die Verpflichtung zurVormundschaft nach dem Personalstatut des Berufenen; Bar I 584 ff — UeberAenderung des Personalstatuts vgl. Bar I 581. — Ueber Pflegschaft Bar I 587 ff.,Deut. Entw. (2. Fassung) § 27 a.
123 Böhm S. 71 ff, Gengier S. 52; Deut. Entw. § 27.
124 Stobbe l 283, Bar I 565 ff (mit Nachweisen in Anm. 3); Deut.Entw. § 27.
125 So nach Oesterr. Gb. § 225, vgl. Unger I 198, Jettei S. 60ff; retorsions-