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Drittes Kapitel. Verhältnis der Rechtsquellen za einander.
Da das heutige Erbrecht auf dem Prinzip der Universalsuccessionberuht, so ist dem Personalstatut des Erblassers das von ihm hinter-lassene Vermögen als Einheit unterworfen 132 . Nur insoweit sicheine deutschrechtliche Sondernachfolge in einzelne Güter, wie z. B.in Lehen, Stannngüter, Familienfideikommisse oder Bauergüter, er-halten hat, greift das Recht der belegenen Sache durch 133 . Dagegenliel's die ältere Theorie und Praxis im Anschlufs an das mittelalter-liche Recht alle Liegenschaften nach der lex rei sitae vererben 184 .An diesem Grundsatz hält bis heute die englisch-amerikanische, dierussische und überwiegend auch die französische Praxis fest 135 . InOesterreich ist er für inländische Grundstücke gesetzlich sanktionirt 136 .Auch ist er im Verhältnifs des Deutschen Reiches zu Rufsland neuer-dings vertragsmäl'sig eingeführt worden 137 .
Nach dem für die Beerbung mafsgebenden Recht bestimmt siebdie gesetzliche Erbfolge 138 , das Notherben- und Pflichttheilsrecht 13 '-'.das Heimfallsrecht an erblosen Verlassenschaften 140 ; desgleichen der
gesetze, die den letzten Wohnsitz entscheiden lassen, durch Reichsrecht gebrochen;R.Ger. XXVI Kr. 24.
182 Vgl. die bei Bar II 304 Anm. 21 angef. Litteratur, auch die Nach-weisungen aus der deut. Praxis u. deut. Gesetzen b. Stobbe § 34 Anm. 40;Seuff. IV Nr. 92, XXIII Nr. 4; Preufs. Praxis b. Forst er - Ecci us I § 11,Dernburg I § 46 Anm. 14; Sachs. Gb. § 17.
183 Seuff. XXIII Nr. 4; Savigny VIII 305 ff.; Renaud 1 § 42; StobbeI 285; Bar I 306 ff; Deut. Entw. § 30.
134 Vgl. die Nachweise b. Bar II 303 ff (bes. Anm. 20) u. Stobbe § 34Anm. 43. Bis in die neuere Zeit hielt hieran die sächsische Praxis fest, Haubold§ 306» Anm. c, Emminghaus S. 55 Anm. 15; ebenso die braunschweigische,Steinacker S. 640, u. württemhergische, Wächter II 99 Anm. 24 u. 101 Anm. 27.Ueber die Schwankungen in Preufsen vgl. Dernburg, Preufs. P.R. I § 27 Anm. 9.
135 Vgl. Story § 483 ff., Wharton § 557 ff., Westlake § 54ft".; v. Martens,Völkerrecht, deut. Ausg. v. Bergbohm, II (Berlin 1885) § 76 Anm. 4; Foelix 1143 ff, Barazetti S. 220, Crome S. 81 ff., Bar I 305 Anm. 24, auch Seuff. XIVNr. 107.
136 Unger I 102, Vesque v. Püttlingen S. 279 ff, Jettei S. 64.
131 Durch den in Anm. 131 genannten Vertrag Art. XII; dagegen kennen die
andern dort genannten Verträge diese Ausnahme von der Geltung des nationalenRechtes nicht.
138 Seuff. VI Nr. 307, 308, VII Nr. 232, XXXVIII Nr. 203, XXXIX Nr. 179,
R. Ger. XXXI Nr. 40; Böhm S. 174 ff; oben Anm. 97 u. 115.
139 Seuff. XXXII Nr. 105; R.Ger. VIII Nr. 37; Bar II 334 ff.
140 Savigny VIII 312 ff, Roth, D.P.R. I 295 ff., Bar II 351 ff, Jettei
S. 67 ff., Böhm S. 197 ff; Entw. I § 1974. Doch nimmt vielfach im Auslande derStaat alles (oder doch das unbewegliche) in seinem Gebiet belegene erblose Gutfür den eignen Fiskus in Anspruch.