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1 (1895) Allgemeiner Teil und Personenrecht
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Drittes Kapitel. Yerliältnifs der Rechtsquellen zu einander.

stand einer Verfügung von Todes wegen sowohl hinsichtlich der Formwie hinsichtlich der materiellen Erfordernisse das Gesetz der Er-richtungszeit 46 . Und bei Erbverträgen mufs insoweit, als Vertrags-recht zur Anwendung kommt, auch für den Inhalt das zur Zeit desVertragsschlusses geltende Recht malsgebend bleiben 47 , während derInhalt von letztwilligen Verfügungen ausschlieislich nach dem zurZeit des Todes geltenden Recht zu beurtheilen ist 48 .

VI. rrozel'srecht. Neues Prozefsrecht ist sofort anwendbar 49 .

mann, Exk. I 245 fl'.); die Schuldenkaftung des Erben (Seuff. IV Nr. 93, XXXIXNr. 82 [hinsichtlich der Haftung für Bürgschaftsschulden], Motive zum Entw. desE.G. S. 307); das Rechtsverhältnifs unter Miterben, namentlich auch die Kollations-pflicht (Seuff. XXVI Nr. 216, a. M. Pfaff u. Hofmann, Exk. I 246 ft'.).

40 Entw. des E.G. Art. 129 Abs. 2 u. Motive S. 307 ff. Doch haben dieGesetze bezüglich der Testamentsform bisweilen einerseits die frühere Wahrungder neu eingeführten geringeren Form für ausreichend erklärt (Bad. Publ.P. Art. XINr. 3, Züreli. Ges. v. 1855 b. Huber 1 75), andrerseits die Nachholung einer er-schwerten Form gefordert (Preufs. Pat. v. 9. Sept. 1814 § 7 u. 9. Nov. 1816 § 9,Baseler Ges. v. 1884 b. Huber I 76). Ferner wird von der Theorie überwiegendVorhandensein der Testirfähigkeit nicht blos im Augenblick der Errichtung, sondernauch im Augenblick des Todes verlangt (Savigny S. 451 ff., Schmid S. 142 ff.,Pfaff u. Hofmann, Exk. I 231, Regelsberger I 144), während die Gesetzeauch hierbei nur auf die Errichtungszeit sehen (Sachs. Publ.P. § 23, nach einerverbreiteten Auslegung auch Oesterr. Publ.P. v. 1852 Art. XII Nr. 2 u. Preufs. L.R.I, 12 § 11). Auch Aufhebungsakte sind nach dem zur Zeit ihrer Vornahmegeltenden Recht zu beurteilen.

47 Vgl. Pfaff u. Hofmann, Exk. I 243 ff. Zu weit geht die Behauptungvon Savigny VIII 492, Unger I 145, Roth I 280 u. A., Erbverträge seiendurchweg noch dem Gesetz der Errichtungszeit zu beurtheilen. Zu enge Grenzendagegen steckt der Anwendung des alten Rechts nicht nur das Sachs. Publ.P. § 24(nur für die Entstehung der Rechte des Vertragserben, ebenso Schmid S. 144 ff.),sondern auch der Entw. des E.G. Art. 128 (nur hinsichtlich derBindung desErblassers, gar nicht bei Erbverzichten, vgl. Motive S. 313). Für Erbverzichte läfstauch das R.Ger. VIII 148 das Gesetz zur Zeit des Erbfalles entscheiden.

48 Savigny VIII 447 ff., 463 ff. (weil es sich eben um denletzten Willenhandle), Schmid S. 143 ff., Stobbe § 28 Anm. 35, Pfaff u. Hofmann, Exk.I 326 ff. (jedoch mit anderer Begründung als Savigny); Bad. Publ.P. Art. XI Nr. 4,Sachs. Publ.P. § 23. (Nur mufs bei wechselseitigen Testamenten die Gebundenheitder Testatoren, weil sie ein vertragsmäfsiges Element ist, nach dem Gesetz derErrichtungszeit beurtkeilt werden; so auch Entw. des E.G. Art. 129). Um-gekehrt soll nach Preufs. Publ.P. § XII (u. zum Tlieil auch späteren preufs. Ges.)und allen österr. Gesetzen (Unger I 143 ff., Pfaff u. Hofmann, Exk. I 253 ff.)über den Inhalt der Testamente grundsätzlich das Gesetz der Errichtungszeit ent-scheiden. Ebenso nach mehreren Schweiz. Ges. b. Huber I 7576.

49 Vgl. Wach, Civilproz. I 211 ft'., Gabba IV 359 ft'., Pfaff u. Hofmann,Exk. I 286 fl'.; R.Ger. XVI Nr. 99. Ueber die Behandlung schwebender ProzesseWach S. 213218.