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1 (1895) Allgemeiner Teil und Personenrecht
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§ 24. Die Einzelanwendung des Prinzips der Nichtrückwirkung. 203

seiner Herrschaft geschlossenen Ehen entspricht 28 . Hierfür hat sichclemgemäfs die neuere Gesetzgebung meist entschieden 29 . Dabeimufs dann mit dem bisherigen ehelichen Güterstande zugleich daseheliche Erbrecht insoweit erhalten bleiben, als es nur eine Wirkungjenes Güterstandes ist 30 . Unter allen Umständen übrigens wird, selbstwenn das gesetzliche eheliche Güterrecht der bestehenden Ehen sichwandelt, hiervon das vertragsmäfsig begründete eheliche Güterrechtnicht berührt 31 .

2. Elternrecht. Die Rechtsverhältnisse zwischen Eltern undKindern werden gleichfalls hinsichtlich ihres Bestandes nach demzur Zeit ihrer Begründung geltenden Recht beurtheilt 32 , dagegen

28 Hierfür Hagemann, Prakt. Erört. VI Nr. 24, Pfeiffer, Prakt. Ausf.II 270 ft'., Schüler, Abh. I 463 ff., Wächter, Württ. P.R. I 801 ff., SavignyS. 495 ff, Gerber, D.P.R. § 229 Anm. 5, Unger I 141, Pfaff u. Hofmann,Komm. I 161, Exk. I 202 ff., Roth, D.P.R. § 50 Anm. 20, Stobbe § 28 Anm. 46,Regelsberger I 194. Ganz unzulässig ist freilich die Begründung der Unwandel-barkeit durch die Fiktion einer stillschweigenden vertragsmäfsigen Unterwerfungunter das gesetzliche Güterrecht. Richtig ist nur, dafs die Zulässigkeit abweichendervertragsmäßiger Güterstände (neben der gleichzeitigen Anerkennung verschiedenergesetzlicher Güterstände) dahin gewirkt hat, die Ausprägung der vermögensrecht-lichen Ehewirkungen zu relativ selbständigen Vermögensrechten zu fördern. Nichts-sagend ist Stobbes Berufung aufdas Wesen der Ehe.

29 Preufs. Publ.P. Art. XIV Abs. 1, Preufs. Pat. v. 9. Sept. 1814 § 9, v. 9.

u. 15. Nov. 1816 § 11, v. 19. Apr. 1844 § 7, Preufs. Ges. v. 11. Juli 1845 § 8,

v. 16. Fehr. 1857 Art. 5, v. 16. Apr. 1860 § 22, v. 5. Juni 1863 Art. 4, v. 4. Aug.1865, v. 5. Fehr. 1869 Art. 3; Württ. Reskr. v. 17. Jan. 1809 (Wächter I 803,II 173 ff, 177); Hanseat. Organisationsdekr. v. 4. Juli 1811 § 150 (Runde, Ehel.Güterr. S. 221 Anm. 6); Oldenb. Ver. v. 22. Dez. 1833 § 4 (Runde S. 493);Hannov. Ver. v. 14. Apr. 1815 § 56 u. v. 13. Sept. 1815 § 53; Oesterr. Pat. v.1852 Art. III u. andere österr. Ges. h. Unger § 21 Anm. 53. So auch Entw. desE.G. Art. 119; dazu Motive S. 280 ff.

30 Savigny S. 497ff, Stobbe § 28 Anm. 43, Pfaff u. Hofmann, Komm.I 161 ff; Entw. des E.G. Art. 119 u. Motive S. 287. Doch gewähren die inAnm. 29 angef. preufs. Gesetze dem überlebenden Ehegatten ein Wahlrecht zwischender Erbfolge nach altem und der nach neuem Recht; ähnlich das Oldenb. Ges. v.1873 Art. 7. Ebenso bleiben mit einem gesetzlichen Güterstande die für ihngeltenden Normen über die Vermögensauseinandersetzung im Falle der Ehescheidungin Kraft; Preufs. Publ.P. Art. XIV u. die ferneren preufs. Ges., Motive zum Entw.des E.G. S. 290. Vgl. auch oben Anm. 23.

31 Oldenburg. Ges. v. 1873 Art. 6; Savigny S. 497; Stobbe I 221; GabbaIV 312; Motive zum Entw. des E.G. S. 280.

32 Daher entscheidet über das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein vonehelicher Kindschaft das zur Zeit der Gehurt des Kindes, bei einer Legitimationoder Annahme an Kindes Statt das zur Zeit der Vornahme dieser Rechtshandlunggeltende Recht; Entw. des E.G. Art. 125 u. 127, Motive S. 291, 295 u. 302.

33 Entw. des E.G. Art. 121, Motive S. 291 ff.