§ 19. Die autonomische Satzung.
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theilung der Satzungen in „statuta legalia“ und „statuta conventio-nalia“ üblich 20 . Immerhin blieb jedoch mit dieser begrifflichen Zer-setzung der Autonomie die Erhaltung ihrer niemals ganz erloschenenpraktischen Wirksamkeit vereinbar 21 .
In unserem Jahrhundert hat die Autonomie zwar noch mancheweitere Einbufse erlitten, zugleich aber mit der Verjüngung desKörperschaftswesens neue Machtbereiche erobert. Niemals freilichkann sie im modernen Staat auch nur von fern ihre mittelalterlicheBedeutung zurückgewinnen und am wenigsten kann sie im Privatrechtihre alte Rolle wieder übernehmen. Aber in veränderten Formenentfaltet sie auch heute eine lebendige schöpferische Kraft. Mehr
civ. exerc. 2 tli. 42 u. Synt. jurispr. opif. I 1. 4 c. 6, J. Iloppius, De obligationeStatutorum, Gedani 1686, Wernher, Obs. for. III o.' 224, IX o. 144 u. 145,Selchow, Elem. § 45, 53 u. 62. Scharf formulirt findet sie sich b. Titius,Jus priv. I c. 3 § 67, VIII c. 2 § 10, c. 4 § 16 u. c. 5 § 10, J. II. Boehmer,Exerc. 15 c. 1 § 7, c. 2 § 3—15, Jus publ. univ. II c. 3 § 16 — 28 u. c. 4 § 12,Krcittmayr V c. 30 § 5 (e), Scheidemantel, Das Staatsreclit nach der Ver-nunft und den Sitten der vornehmsten Völker betrachtet, Jena 1770 ff., I 164—166,II e 11 f e 1 d , J urispr. for. § 88 — 92, Ilofacker, Princ. jur. Rom. - Germ.§ 128—131, u. A.
20 Vgl. J. B. Cb. Eichmann, Erklärungen des bürgerlichen Rechts, Berlinu. Stralsund 1779 ff., I 415—439; Ch. II. G. Köcliy, Theoretisch-praktischerKommentar über die Pandekten, Leipzig 1796 ft'., I § 89 —92; Glück, Komm.
I 500—509; Danz I 160 ff.; Thibaut I § 22; Mittermaier I § 22; Reyscher,Wiirtt. P.R. 1 § 69; Curtius, Kursäcbs. P.R. I § 29; Wächter, Württ. P.R.
II § 11. — Malblanc, Princ. § 62, spricht bei „statuta ex pacto“ der Familienu. Körperschaften von einer „autonomia privata“, die sich lediglich auf das „jusdisponendi et paciscendi privatorum" gründe, bei „statuta ex lege“ von einer„autonomia publica“.
21 Denn man liefs einerseits die Statuten sowohl kraft vorgängiger Verleihungvon Gesetzgebungsgewalt als kraft nachträglicher Bestätigung durch den GesetzgeberGesetzeskraft erlaugen, erkannte hierzu auch eine stillschweigende Genehmigungals ausreichend an (so J. H. Boehmer, Exerc. 15 c. 2 § 9, Eichmann a. a. O.S. 437, Iiöchy a. a. 0. § 92, Glück a. a. 0. S. 509) und liefs alle Vertrags-Statuten durch eine derartige Sanktion sich in Legalstatuten verwandeln. Andrer-seits dehnte man die den Vertragsstatuten beigelegte Wirksamkeit inter paciscentesauch auf die durch Mehrheitsbeschlufs überstimmten und auf alle künftigen Mit-glieder aus; vgl. z. B. Hellfeld § 90 Not. a u. § 91, Eichmann S. 427 ff.,Köchy § 91, Glück S. 505 ff., Danz S. 162 ff. — Zutreffend deckt G. L.Mencken, Opuscula, Ilal. 1770, Nr. 7 S. 203 ff. diese (Schwäche der Vertrags-theorie auf (§ 5) und will daher kein Statut ohne gesetzgeberische Mitwirkunganerkennen (§ 3—4). Andere fordern auch für Vertragsstatuten (mindestens derZünfte) obrigkeitliche Bestätigung. J. Claproth will in seinem „ohnmafsgeblichenEntwurf eines Gesetzbuchs“, Frankfurt a. M. 1773-1776, I S. 451 ff. alle Auto-nomie abschaffen.
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