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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
Entstehung
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547
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Übersicht der innern Verhältnisse. 547

Rathc danken, wenn er thue, was sie ihm befehle undrathe').

Wir müssen uns, so ungern wir cs thun, doch losreis-sen von einem Anblicke, der die Herzen erwärmt, welche un-ter dem Kricgselende erstarrten. Wird man uns nicht denVorwurf machen, uns zu lange für eine Geschichte des preus-sischcn Staats gleichsam bei Nebendingen verweilt zu haben?Aber diese Fürstin wurde von Brandenburg an Schlesien ge-schenkt, und endlich haben wir auch genug von Krieg undSchlachten, von Staatshändeln, von List und Gewalt gehörtund werden noch dessen hinreichend viel zu berichten haben.Warum sollten wir nicht einige Augenblicke haben bei einerFürstin wie Dorothee Sibylle von Brandenburg - Brieg ver-weilen dürfen? Die Geschichte solcher lieblichen Erscheinungenist ohnehin nur kurz und wir begegnen selten genug Fürstin-nen, welche, wie diese, im sechzehnten Jahrhunderte Zierdenihrer und jeder Zeit sind.

Wer aber wissen will, was auch im neunzehnten Jahr-hunderte eine liebenswürdige und hochherzige Königin ihremVolke sein konnte, und wie hoch und innig deren Andenkenverehrt wird, auch nachdem sie langst aus dem Kreise der Le-benden geschieden, der gehe nach Preusscn und nenne den Na-men Louise.

Die unerbittliche Geschichte verlangt, daß wir auch dieSchattenseiten der Zeit darlegen; sie sind kaum irgendwo na-her als hier, in der einen Familie, der Fürsten von Brieg,die wir kennen lernten, und der Herzoge von Licgnitz. Fried-rich III. von Liegnitz ist das wahre Gegenstück seines Bruders,Georg von Brieg. Schon mit seinem Vater im Zwiste, lebter mit seinem Bruder in heftiger Feindschaft, daß dieser sichscheuet ihm zu begegnen. Er verschwendet in prachtvollenGelagen, in roher Lust, ohne Anstand und Sitte zu beachten,dann auf Reisen und durch völlige Unordnung der Wirth-schast alles Vorhandene und noch mehr. Dann macht er

1) Koch Nachrichten aus der bricgischen Vorzeit in Ho ff man nsMonatsschrift von und für Schlesien, Jahrgang 1829, S. 142. 572.771 und 784 ff.

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