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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
Entstehung
Seite
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besser zu belehren, die alte Frau im Predigtstuhle zu tröstenüber die Verleumdung, da sie immer einen christlichen Wan-del geführt, ihre Kinder in Zucht und Ordnung gehalten und >

eine fleissige und treue Wirthin gewesen sei. Die Schuljun- !

gen solle der Schulmeister ermahnen von ihrem gottlosenTreiben gegen die Frau abzulassen und, wenn das nicht helfe, «ihnen mit einem tüchtigen Ochsenziemer und scharfen Ruthen die IHexenlust austreiben. Wolle der Pfarrer auf der Fürstin Be-fehl nicht achten, so werde er sicher nach ihres Gemahls Rück- ^kehr abgesetzt und aus dem Lande dahin gewiesen werden, woman der Hexenprediger noch begehre. Er möge sein Alterund seine Verantwortung vor Gott bedenken."

So schrieb eine Fürstin aus dem Hause HohenzollemSchlesien lange vor Lhomasius in Halle.

Dem Rathe von Brieg schrieb sie sehr ernstlich über dienöthige Abstellung des übermäßigen Bettelns und machte sehrgute und ausführbare Vorschläge zur förmlichen und ordentli-chen Einrichtung eines Armenwesens, versprach reichlichen Bei-trag, welchen sie ohnehin gewöhnlich gab, damit diejenigenwelche wirklich nicht arbeiten könnten, Almosen, die ÜbrigenArbeit erhielten, die Widerspenstigen aber, welche nicht arbei- >ten wollten, gestraft würden. Besonders müsse man es Gott !fast weinend klagen und die Stadtobrigkeit schelten, daß dieBettelkinder wie das Vieh, ohne Schulbesuch auswüchsen, da- jher Nichts von einem ehrbaren Wandel und von der Religion zerführen und dann Huren, Diebe, Landstreicher und Mörderwürden. Der Rath möge um Gottes willen bedenken, wasfür Unheil daher entstehe. Die Ermahnungen der Predigerallein fruchteten Nichts bei dem harten Volke, der weltlicheArm müsse dreinschlagen. Die Schulmeister sollten für dieKinder der Armen aus dem Almosenkasten das Schulgeld er-halten, die Altern aber scharf angehalten werden die Kinderin die Schulen zu schicken. Reiche das Geld des Kastens ,

nicht aus, so möge der Rath bei der jährlichen Abnahme der !

Stadtrechnung und auch sonst etwas weniger auf Trank undSpeise verwenden, denn die Einkünfte waren nicht zumWohlleben von den Vorfahren eingerichtet worden. Gottesreicher Segen werde folgen und die Bürgerschaft es dem