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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
Entstehung
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545
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Übersicht der innern Verhältnisse. 545

auch die Regierung übertrug, als er (1618) für die schlesi-schen Fürsten und Stande nach Wien ging, um die Beilegungder böhmischen Unruhen zu vermitteln, mit denen der dreis-sigjahrige Krieg begann. Da traf es sich, daß eine alte Frauin einem Dorfe ihres Landes von den Einwohnern während derdamals herrschenden Rinderpest beschuldigt wurde eine Hexe zusein und das Viehstcrben durch Zauberformeln bewirkt zu ha-ben. Sie durfte sich nicht blicken lassen, ohne von den Schul-jungen gemishandelt zu werden. Der Pfarrer des Dorfs pre-digte, ohne weitere Veranlassung, von der Gewalt des Teu-fels über die Menschen und sagte, derselbe habe allerdings dieMacht den alten Weibern die Hexerei zu lehren, und er selbsthabe in seiner Jugend Anfechtung von Hexen erlitten. Kaumerfuhr das die Herzogin, als sie ihm sein Verfahren scharfverwies.Sie hätte von ihm, als einem gelehrten Manne,erwarten dürfen, er werde aus der Bibel unterrichtet sein,daß Jesus Christus durch sein Leben und Sterben dem Lodeund Teufel die Macht genommen und die Menschen aus sei-ner Gewalt erlöset und zu Kindern Gottes berufen habe. Ermöge bedenken, welches Unheil er von der Kanzel herab beidem einfältigen, abergläubigen Volke angerichtet habe, indemer statt von Liebe gegen alle Menschen und Ehrfurcht gegendas Alter, von Hexerei und Teufelsspuk gepredigt habe. Eslasse sich auf keine Weise mit Gottes Barmherzigkeit und derVersöhnung durch seinen Sohn reimen, daß er durch denTeufel sollte einem alten Weibe Macht gegeben haben seineigenes Strafamt zu verrichten. Der Pfarrer werde von wah-ren Hexen kein einziges Beispiel aus der Geschichte aufbrin-gen können, sondern bei derständiger Überlegung finden, daßsolche arme Weiber bei Folter und allerlei Pein zum Geständ-niß getrieben und auch auf falsches Zeugniß zum Tode ge-bracht worden wären. Sein eigenes Fleisch und Blut oderseines Geistes Thörigkeit und Verwirrniß möge wohl die Hexegewesen sein, welche ihn in seiner Jugend gepeinigt habe.Die Seuche sei auch in Dörfern, wo man keine Hexen spüre,und der viele Regen im Sommer und das verdorbene FutterUrsache am Vichsterben. Sie befahl ihm seine SchäfleinStenzel Gesch. d. Prcussisch. Staats. I. 35