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542 Buch III. Fünftes Hauptstück.
ter ihnen gehört. Endlich erscheint der langersehnte Tag. DieHerzogin hat Alles festlich im Schloßgartcn entrichten lassen. DieStadt bleibt nicht zurück, und ein Ausschuß der Bürgerschaftmit dem Rector des Gymnasiums ordnet für sic Alles an.Im feierlichen Zuge, unter dem lauten Schalle von Dromc-tcn, Zinken, Kesselpauken und anderen Instrumenten, denndie Stadtpfcifer von Ohlau und Strehlen waren besondersdazu verschrieben, gingen die Kinder, Mädchen und Knaben,spanisch und welsch und alle neu gekleidet, ein Knabe voranmit der Prangefahne, auf welcher zwei Herzen und das branden-burgische und bricgische Wappen mit dem der Stadt zu sehen wa-ren; dann folgte das schön geschmückte Töchterchen des Bürger-meisters mit einem vom Rector verfertigten Gedichte auf einemseidenen Kissen; hierauf kamen die welche bei der Prüfungdas Ehrenkranzchcn des Fleisses erhalten hatten, mit den Ge-schenken welche die Stadt der Herzogin verehrte. Diese be-standen in einem köstlichen Pelze von Klcinwerk und blauemFuchs, Sommer- und Winter-Schuhen und einer schweren gol-denen Kette, ferner in einer kleinen Karosse, einem Wiegen-pfcrde, einem ausgestvpsten Hanns, dem herzoglichen Hof-narr» ganz ähnlich, und köstlichen Kleidungsstücken für denPrinzen Georg. Das Hofgesinde stand als Schäfer undGärtner ausgeputzt unfern vom Schlosse; fast die ganze Land-schaft, die Geistlichkeit und Schullehrer, die Rathmänner undderen Frauen, auch der Hofnarr fehlte nicht, waren vor demSchlosse um den Herzog und die Herzogin versammelt, welcheihren Prinzen auf dem Arme hatte. Die Musik des Hofsspielte, als der Zug ankam; die Fürstin hörte die Rede desKnaben, der die Prangefahne trug, nahm die Geschenke freund-lich dankend an und war so gerührt, daß sie weinend zumbrandenburgischen Rathe von Puttlitz, der zufällig in Geschäf-ten wegen der ihr schuldigen Ausstattung anwesend war, sagte:„Mein lieber Herr Puttlitz, da schauet und erzählet, wie manmich hier unverdienter Weise ehret und liebt; sagt, daß ichund mein Gemahl auch ohne euer Geld nicht verderben würde."Der kleine Prinz musste die ihm geschenkten Kleider anthun,während die Fürstin die Bücher der Kinder durchsah und diesenach dem Grunde des christlichen Glaubens und anderen Din-