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Buch 111. Fünftes Hauptstück.
liche Menge besaß und dazu einen Falkenier annahm. Auchvon polnischen Großen, deren Kinder die Schule zu Briegbesuchten, erhielt er öfters Falken, besonders Blaufüße,und schabanische Ochsen. Dem Kurfürsten August von Sach-sen, der auf dem Annaberge allerlei seltsam Geflügel hieltund der ihn um zwei rothe Enten und zwei Löffclgänsc ge-beten hatte, schickte er diese und einen weissen wilden Ent-vogel und erbat sich dafür Schweizerkühe, um welche er auchdem Herzoge von Würtcmbcrg schrieb. Von August bekamer einen Waidbauer, weil er dieses Farbekraut zu bauen an-gefangcn hatte. Der Herzog von Lüneburg erhielt von ihmWindhunde zu Hasen-und Fuchs-Hetzen. Überhaupt beziehensich fast alle auswärtige Angelegenheiten auf Gegenstände die-ser Art und auf den Einkauf von Wein in Ungarn, Seiden-waaren in Venedig, von anderen Maaren und von Gewürzen inLeipzig, von Harnischen in Magdeburg und dergleichen mehr.Die Herzogin hatte dem Bischöfe Martin von Breslau einKranzlcin geschickt, das dieser durch zwei Fasanen crwiedertc.Sie bemühete sich sehr durch den Herzog Konstantin vonOstrog, Palatin von Kiew, eine Zwergin zu erhalten, bekamauch eine von der Königin Anna von Polen. Sie empfahl ih-rem Sohne Joachim Friedrich, der nach Anhalt ging um sich dortzu vermählen, alle Vorsicht auf der Reise, nur an sicherenOrten in Herbergen einzukehren, schickte ihm ein Pulver alsGegengift für den nöthigen Fall und sogar das Rccept dazu.
Der Herzog ließ in seiner Schloßkirche die Bilder Kai-ser Ferdinands I. und der Kinder desselben zum Gedächtnisseanmalcn, wie er sagt, bat auch den Herzog Wilhelm vonBraunschwcig und dessen Gemahlin um deren Abkonterfeiauf Leinwand mit Ölfarben, da er etlicher Kaiser, Kur- undFürsten Abkontcrfeiung in seiner Kammer habe.
Lernen wir dadurch einige Lieblingsneigungcn und andereBeschäftigungen des Fürsten kennen, so erfreuet uns dagegenauch überall die Sorge, welche er für seine Unterthanen zeigt,wenn diese, was von den Polen nicht selten geschah, beraubtwurden. Er schreibt dann sogleich an den Kaiser, an denKönig von Polen, an polnische Große und sucht so Entschä-digung zu erhalten. Das Schloß zu Nimptsch und andere