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Übersicht der inneren Verhältnisse.
Gebäude lässt er durch den damals berühmten kaiserlichenBaumeister Neuron bauen. Es liegt ihm aber vorzüglich vielan dem Unterrichte der Jugend. Die fürstliche Schule zuBricg war durch seine Fürsorge, wie er sich in einer öffentli-chen Bekanntmachung ausdrückte, mit schweren Unkosten er-bauet und mit gelehrten und gottessürchtigen Leuten besetzt.Er ermahnte die Altern ihre Kinder fleissig in die Schule zuschicken, damit die liebe Jugend seines Landes in nützlichenfreien Künsten und guter Zucht erzogen und unterwiesen, undkünftig zur Bestellung des geistlichen und weltlichen Regi-ments tüchtige Personen, Gott zu Ehren und dem Fürstcn-thumc zur Aufnahme könnten gefunden werden. Wie bedauerter cs nicht, wenn etwa eine fremde Stadt einen der Profes-soren seiner Fürstenschule beruft, den er ungern entlässt undum dessen Stelle zu ersetzen er genöthigt ist anderweitige Er-kundigungen über tüchtige und geeignete Männer einzuziehcn,was er sorgfältig thut. So war unter ihm die Schule trefflichbestellt und wurde von vielen Polen besucht. Es that demHerzog sehr leid, als Kaspar Pritwitz von Gafron seinenStiefsohn aus der Schule nahm. Er schrieb diesem: „derKnabe sei nicht so hart behandelt worden, als er vergebe,denn bisweilen auch bei solchen Leuten gebürliche Strafe seinmüsse. Er, der Herzog, habe den Knaben in Gegenwart desRectors vor sich gehabt, ein gut Ingenium bemerkt und ihnzum Fleisse ermuntert. Als Landesfürst und oberster Vor-mund ermahne er den Stiefvater den Knaben nicht von derSchule abzuhalten." Er unterstützt arme Studenten in Wit-tenberg und empfiehlt sie anderen Fürsten. Vorzüglich lagihm die Erhaltung der reinen Lehre am Herzen. Wie erschraker nicht, als der Lehrer seiner Söhne, Magister LaurentiusZirkler, ihm ganz unerwartet erklärte, bei der Lehre vomAbendmahle geirrt, seit einem Vierteljahre seine Meinung ge-ändert zu haben und dafür sterben zu wollen. Der sonst sogütige Fürst befahl dem vom Kalvinismus Angesteckten so-gleich binnen acht Tagen das Land zu räumen. Dennochblieb Zirkler, auch sogar in der Gnade des Herzogs, alsRector der brieger Schule. Ein erfreuliches und damals sel-tenes Zeichen der Toleranz eines Fürsten.