Druckschrift 
1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
Entstehung
Seite
506
Einzelbild herunterladen
 

506

Buch III. Viertes Hauptstück.

ich meinen ehrlichen Verwandten den Schimpf, mir einenSchaden und der Kirche Gottes ein Argerniß anthun und je-suitisch werden wollen, ich würde hier nicht sitzen." Hieraufgenoß er das heilige Abendmahl und starb unter Betheuerungseiner Unschuld. Seine Kinder wurden aus Vorsorge desKaisers in der katholischen Religion erzogenApril In Schlesien erwachten neue Hoffnungen, als Arnim1634 mit einem sächsischen Heere ankam. Der kaiserliche General13. MaiKolloredo nahm eine feste Stellung bei Licgnitz, wurde nacheinem hartnäckigen Widerstande geschlagen, brannte die Vor-städte, über viertchalbhundert Wohnungen, ab. Frankfurtund Krossen eroberte Bancr, wodurch die Mark ganz befreitwurde, und ging nach Schlesien. Obgleich die Uneinigkeitzwischen den Schweden und Sachsen unter Bauer und Arnimihren Fortschritten viel schadete, so wurde doch Glogau erobert.Ausser Licgnitz, Münsterberg, Frankenstcin und Schweidnitzwar fast ganz Schlesien bis über Oppeln und Neustadt wie-der in den Händen der Verbündeten, welche sogar in Böh-men einsiclcn und bis Prag vordrangen. Dieses bewog end-lich die evangelischen Stände Schlesiens einen entschiedenen22 . Juli Entschluß zu fassen und durch ihre Gesandten in Frankfurt1634 E Main ihren förmlichen Beitritt zum hcilbronncr Bunde derevangelischen Reichsstände mit Schweden zur Erhaltung ihresGlaubens zu erklären ?), was den Kurfürsten von Sachsen völ-lig abwendcte. Bald darauf kam die Nachricht von dem Siegeder Kaiserlichen über die Schweden bei Nördlingen an. Junbrachen die lange gehegten Entwürfe Sachsens öffentlich aus.

Um die Verhältnisse Sachsens und Brandenburgs gegen

1) Sehr interessante bisher unbekannte Nachrichten enthält För-sters Wallenstein über Schaffgotschs Ende Bd. III. S. 29 ff. Die Le-bensbeschreibung des Johann Ulrich von Schafgotsch, welcher anno 165525. Juli zu Regensburg unschuldiger Weise enthauptet worden. Ham-burg und Leipzig 1757. 8. besteht hauptsächlich nur i» einem Schreibenaus Regensburg über die letzten Lage des Grafen. Die Echtheit diesesSchreibens eines Augenzeugen ist nie bestritten worden und dürfte es auchschwerlich werden.

2) Chemnitz schwedischer in Deutschland geführter Krieg, zweiterTheil S. 432. hat den 22. Juli alten Styls.