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Der dreissigjährige Krieg.
Waldstein hatte in Schlesien eine allerdings dem An-scheine nach zweideutige Rolle gespielt und jedenfalls seit derlützcncr Schlacht den Erwartungen des früher an schnelle undentscheidende Erfolge gewöhnten Kaisers nicht entsprochen. Esist kaum zu bezweifeln, daß er, kränklich, unzufrieden unddes Kriegs überdrüssig, die Absicht hatte, Sachsen und Bran-denburg zum besonder» Frieden mit dem Kaiser zu bewegen,die Schweden aus Deutschland zu verjagen und so den Grundzu einem allgemeinen Frieden zu legen, um für sich Mecklen-burg oder statt dessen Entschädigung zu erhalten und in Ruheder Früchte seiner Thatcn für die wenigen Jahre zu geniesten,die ihm noch übrig waren. Sein Verhältnis; zum Kaiser warvon der Art, wie es zwischen einem Untcrthanen der sich zu-gleich als Neichsfürst fühlt ^ und seinem Herrn nicht langebestehen kann. Er endete durch den vom Kaiser befohlenenoder doch gebilligten' und belohnten Meuchelmord, unschuldigan den ihm vorgeworfencn Verbrechen"), welche lange ge-glaubt wurden, weil er selbst durch eine dem Scheine nachsehr zweideutige Rolle seine verbündeten Gegner zu trennenund um so leichter zu besiegen suchte; ein warnendes Beispielfür Andere, entweder nie als Untcrthanen in ein ähnlichesVcrhältniß zu ihren Fürsten zu treten oder dasselbe mit mehrSchonung zu behandeln, als der gcwaltthätige Mann pflegte.
Der General Schaffgotsch wurde in seinen Fall vcrwik-kelt, gefangen, gefoltert und ohngeachtet seiner großen gelei-steten Dienste später in Regensburg unschuldig hingcrichtctund seine Güter eingczogen. Auch auf dem Blutgerüste ver-leugncte er seine feste Anhänglichkeit an den evangelischen,von ihm immer bekannten Glauben nicht und wies die letztenVersuche, ihn zur katholischen Religion zu bekehren, mit denWorten zurück: „wollte Gott, ihr solltet lutherische Schriftenlesen, ihr würdet keine Jesuiten nimmermehr begehren. Hätte
1) Wie sehr er das fühlte, drückte er in einem vor mir liegendenSchreiben an den Herzog Johann Christian von Bricg bereits 1627 vom10. März, wie oben angeführt, aus, noch che er Herzog von Mecklen-burg wurde.
2) Försters Wallenstein Bd. III- hat das sicher dargcthan.