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Der dreissigjährige Krieg.
! liegen, einer seltenen Geschicklichkeit, um in günstigen Au-
; genblicken das gefährdete Ansehn herzustellen und dann selbst
>! ein Gewicht in die Wagschaale zu werfen, denn hier galt es
^ nur Amboß oder Hammer zu sein. So sind es denn nun
^ i auch Religionseifer und Haß, welche den Ausbruch des Kriegs
' veranlassen, wie sie ihn spater verbreiten; es sind die unheil-
' bringenden Religionsspaltungen zwischen Fürsten und Unter-
! thanen, welche jene zum ungerechten Drucke, diese zu Em-
i pörungen und unrechtmäßigen Gewaltthaten bringen,j Wir haben gesehn, wie, gemäß dem vom Kaiser Rudolfverliehenen Majestätsbriefe, die Protestanten in Schlesien ih-i i rcn Gottesdienst überall wieder frei und öffentlich einrichtetenl ^ und wie sich ihnen der eifrig katholische Erzherzog Karl, als Bi-j i schof vonBreflau, hauptsächlich in seinem Fürstenthum Neissewidersetzte'). Die Fürsten und Stände Schlesiens gestatte-!! ten den Neiffern die Erbauung einer neuen Kirche ausserhalb 1613U der Stadt und der Vorstädte und den Besuch der evangeli-
- schcn Kirchen aus dem Lande. Die Neisser erkauften daher! in dem eine halbe Meile von der Stadt entfernten Dorfe Seng-E nutz einen Platz zur Erbauung einer Kirche, vorläufig einer
Hütte, und in der Stadt selbst ein Haus zur Schule.
Der Bischof drohete mit Entziehung aller Privilegien undFreiheiten, wenn der Prediger und Schulhalter nicht aus derStadt vertrieben, die Schule geschlossen und das Bethausin Sengwitz eingerissen würde. Er befahl dem Magistrate derStadt Neisse alle Handwerker, welche an dem Bau dieserHäuser arbeiten würden, öffentlich für Schelme zu erklären,und erwirkte vom Kaiser einen Befehl den Bau völlig ein-
- zustellen. Der Bischof wollte alle evangelische Handwerks-
^ meister aus Neisse vertreiben und erhielt vom Papste ein Ab-1614
!- solutionsdecret zur Ausnahme aller derjenigen, welche von der
f Ketzerei zur katholischen Kirche zurücktrctcn wollten. Als das§ auf die Neisser ohne alle Wirkung blieb, so drohete er Ge-walt zu brauchen und selbst keines Bluts mehr zu verschonen.
Der parteiische Kaiser wollte den Bischof vom Majestätsbriefeausnehmen und verlangte von den evangelischen Fürsten und
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! l) Fuchs Reformationsgeschichte von Neisse.
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