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Buch III. Viertes Hauptstück.
Standen, sie möchten doch nicht so hart auf den Buchstaben
1615 desselben halten; diese aber protestirtcn gegen des BischofsEingriffe. Ausserst gereizt durch des Bischofs Unduldsamkeitund durch das langsame und wirkungslose Verfahren der Für-
1616 sten und Stande rissen endlich die Ncisscr die Hütte in Seng-witz ein und führten alles Kirchengeräth in die Stadt selbst,um dort ihren Gottesdienst einzurichten, wozu sie, dem Ma-jestätsbriefe nach, vollkommen befugt waren. Das Oberamtselbst untersagte das, ermahnte zur Ruhe und zum Gehorsamund verwies sie nach Sengwitz, um dort ihren Gottesdienstzu halten. Der Kaiser befahl Bestrafung der Rädelsführer;der Bischof ließ zwei Bürger auf offener Landstraße unterdem leichten Vorwände politischer Verbrechen aufgreifen, ge-fangen setzen und einen von ihnen ohne förmliches und öf-fentliches Verfahren heimlich hinrichtcn. Ein Stein hätte sicherbarmen müssen, sagen die Landtagsacten der evangelischenStände, über die wehmüthigen Klagen der Ncisser, wie zweigesunde Kinder in das entfernte Sengwitz wären zur Taufe ge-tragen und erfroren ihren Müttern zurückgebracht worden. Ei-nen Bischof, wie der Erzherzog Karl war, rührte das nicht.
Eben so drückte er die zahlreichen Protestanten in denHerzogthümern Oppeln und Ratibor, fast noch härter inOber-glogau der Herr dieser Stadt, Georg von Oppersdorf.. ImTroppauischcn hemmte der Bischof von Olmütz, so sehr erkonnte, im Leschenschcn der Herzog Adam Wenzel, welcherfrüher für die Erlangung des Majestätsbriefs sehr thätig ge-wesen, dann, wie man sagte, durch eines Schuhmachers Frauin Olmütz, welche sein Kebsweib wurde (1610), bekehrt undöffentlich katholisch geworden war. Als die Teschner stattder ihnen vom Herzoge genommenen Stadtkirche eine andere,wenn auch nur in der Vorstadt, erbaten und sich auf dasihnen von seinem Vater (1598) crtheilte Privilegium beriefen,so verlangte er dasselbe in der Urschrift zu sehn und schicktees zerschnitten und mit ausgckratztem Siegel zurück; die Bür-ger bewahrten diese Überbleibsel in einem schwarzen Flore >).
1) Heinrichs Geschichte des Herzogthums Leschen. Leschen. 1818 .S- 122.