Nächste Ursachen des 30jähr. Kriegs.
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Joachims II. und Johanns gesehen, daß auch eidliche Ver-pflichtungen in Religionssachen Nichts wirkten; dennoch ließ! man davon nicht ab und verlangte und gab deren mehrmals
; wieder, obgleich ebenfalls ohne andern Erfolg, als daß der
Bruch derselben zu scheinbar rechtmäßigen Beschwerden Vcr-I anlassung gab. Wir werden aber sehen, daß man in Rcli-
1 gionssachcn überhaupt nur zu unfvlgcrccht verfuhr. So viel
^ scheint im Bezüge auf die Religionsverändcrung des Kurfür-
i sten Johann Sigismund höchst wahrscheinlich zu sein, daß sie
s nicht völlig aus eigener Überzeugung, vielmehr mit durch das
! Zureden anderer Fürsten, auch wohl seiner Brüder, ferner nicht
l ganz ohne Rücksicht auf die damaligen Staatsvcrhältnifse im
der Fall gewesen sein, so handelte er dabei schwerlich sehrstaatsklug, indem er seine älteren Untcrthanen dadurch vonsich abwendcte, während ihn die Holländer auch ausserdemaus politischen Rücksichten unterstützt haben würden.
^ Der Kurfürst musste bald sehen, wie übel das Volk eine' Hinneigung zur Neligionsveränderung ausnahm. Es scheint1 als hätten sich darüber vorher schon mancherlei Gerüchte vcr-1 breitet, wenigstens drang ein Haufe Volks in die DomkircheiZ.Octi1 zu Berlin und drohctc den des Calvinismus verdächtigen Hof-16131 Prediger Fink, welcher daselbst eben seine Predigt vollendet^ hatte, zu steinigen, was nur die Anwesenheit der kurfürstlichen- Trabanten verhindern konnte. Als der Kurfürst dann kurz vor? Weihnachten in Berlin seine Geheimen Näthe zu sich in das Derbr.§ Schloß berief und ihnen befahl sämmtlichcn hier ebenfalls 1613bereits versammelten Geistlichen der Residenz seinen Entschluß> wegen der Religionsänderung bekannt zu machen, so erklärtes der Vicekanzlcr Pruckmann, ein erprobter alter treuer Diener,obgleich anfänglich etwas überrascht, er habe sich bereits seit^ zwanzig Jahren zur rcformirten Kirche bekannt, und sagte zu^ den Geistlichen: der Kurfürst maße sich über die Gewissen keine
Jülichschen, besonders nach der Spaltung mit dem Psalzgra-s fen Wolfgang Wilhelm geschah. Sollte dieses Letztere wirklich
! zu Rathe gezogen werden sollen, denn gnoll «muss trmxll, tlebet sbH oinnibus siinrodirri.