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Buch III. Zweites Hauptstück.
und öffentliche Anschläge das Volk in den Streit, belegteneinander und alle Anhänger der Gegner mit dem Banne,versagten denselben das Abendmahl aus dem Sterbebette undverfuhren arger als die Inquisition. Um nicht nur mit Wor-ten zu strafen, suchten sie sich des Herzogs zu bemächtigen,und dieser schwache Mann wurde nun gemisbraucht, diejeni-gen welche unterlagen ihrer Ämter zu entsetzen, sie einzuker-kern und des Landes zu verweisen, wie er denn bei Leibes-und Lebens-Strafe, ja so lieb Jedem Gottes Gnade wäre, ver-bot des heftigen Oslanders schwärmerische Lehrsätze zu wider-legen oder zu verdammen. Kaum war indessen ein Streitbeigclegt oder entschieden, so entstand ein neuer; hatte derTod das Land von einem Streiter befreiet, so nahmen seineStelle zwei andere ein.
Wenn man die fromme Gesinnung des Herzogs, seinegeistige Schwäche und sein Verhältniß zu den preussischenStänden erwägt, so begreift man leicht, daß fremde Geist-liche, welche am Hofe Einfluß gewannen, auch bald in poli-tische Angelegenheiten verwickelt wurden, die man neben denreligiösen betrieb. So umgab sich der Herzog nach und nachmit lauter ausländischen Räthen, welche ihm schmeichelten undAnschläge zur Ausdehnung seiner Gewalt machten. DieseLage der Negierung wurde wahrscheinlich von den Jesuitenbenutzt zu einem sehr schlau ersonnenen Entwürfe, den Her-zog und das Land wieder zur katholischen Kirche zurückzu-bringcn.
Ein junger Mann aus Kroatien, welcher sich Paul Ska-lich nannte, in Wien studirt hatte und bereits in seinem acht-zehnten Jahre in Bologna Doctor der Theologie und balddaraus Hofkapellan Ferdinands I. geworden war, nannte sichhier nach untergeschobenen Urkunden und einer Gcschlechtstafcl,welche er vom Kaiser bestätigen ließ, Fürst von der Leiter(äelln 8ealu), Hörgraf von Hun, Markgraf zu Verona rc.Wenige Jahre nachher verließ er Wien, befand sich als flüch-tiger Protestant in Tübingen und wurde von hier durch denHerzog Albrccht, dem er empfohlen worden war, eingcladen1561 nach Preufsen zu kommen. Der sehr schlaue Skalich bemäch-tigte sich des guten schwachen Herzogs nur zu bald, beson-