Vom Religionskrieg bis zum 30jähr. Krieg. 339
ders auch durch damals so gewöhnliche magische und Adcpten-Künste, vorgeblichen Umgang mit guten und bösen Geisternund Schrecken vor dem Überirdischen. So vertrauete der Her-zog dem Skalich als seinem Verwandten von mütterlicher Seite,wie dieser angab, nicht nur völlig, sondern besoldete ihn alsRath ziemlich stark, schenkte ihm ein ansehnliches Haus in Kö-nigsberg und überhäufte ihn mit Bezeugung von Achtung undWohlwollen. Wahrscheinlich unterstützte Anna Maria, gcbornePrinzessin von Braunschweig, die zweite, verhältnißmäßig sehrjunge Gemahlin des Herzogs, welche dieser als er sechzigJahre alt war geheirathet und die ihm einen Prinzen gebo-ren hatte, die Entwürfe Skalichs, soweit sie dieselben kennenlernte. Skalich hielt zusammen mit dem Beichtvater desHerzogs, dem aus Nürnberg vertriebenen Magister Funk undmehrern andern ausländischen Räthen, welche nun vereinigtdahin strebten die Macht der Stände zu brechen, damit sieunter dem Namen des Herzogs selbst unbeschränkt verfü-gen und sich bereichern könnten, wie sie das schon jetzt tha-ten. Dieses weckte die Eingebornen. Ein Edelmann, Al-1563brecht Truchseß von Wetzhausen, sammelte mehrere Urkunden,welche bewiesen, daß Skalich ein Betrüger war; allein dieGeschicklichkeit und Unverschämtheit dieses Mannes und dieBefangenheit des Herzogs verschafften dem Skalich völligeFreisprechung und Anerkennung seiner Titel. Er bekam so-gar vom Herzoge die Stadt Krcuzburg mit deren Gebietegeschenkt und zeigte sich dankbar, indem er auf seine an-geblichen Herrschaften, die er doch klug nur „das Meine"nannte, ohne sie näher zu bezeichnen, dem Herzoge Anwart-schaft gab.
Jetzt stieg auch der Einfluß der Ausländer so hoch, daßbald alle Regimentsräthe abgesetzt und entlassen wurden oderihren Abschied nahmen, und in ihre Stellen die Fremden ein-rückten. Nun dachten diese, die Zeit sei gekommen die Ständeganz zu unterdrücken. Des Herzogs Testament wurde geän-dert, und dem Schwiegersöhne desselben, dem Herzoge JohannAlbrecht von Meklenburg die Vormundschaft über den un-mündigen Albrecht Friedrich aufgetragen. Der Herzog nahmeinen Obersten Wobeser mit tausend Reitern in Sold, welche
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