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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Buch III. Zweites Hauptstück.

neu Vetter, den Markgrafen Albrecht in Franken, welcherSöldner für Moritz zur Belagerung Magdeburgs warb.

Moritz, der nach und nach ein starkes Heer gesammeltAugust hatte, schloß einen Waffenstillstand mit Magdeburg, und trat1551 nun in Unterhandlungen mit dem Könige Heinrich von Frank-reich, der über italienische Angelegenheiten mit Karl V. in5. Octbr. Krieg gerathen war. Bald darauf verbündete sich der Kur-1551 sstrst mit dem Könige Heinrich, dem blutigen Feinde der Pro-testanten, zu Erhaltung der Religion und bewog MagdeburgNovbr. zur Ergebung. Die Stadt zahlte ihm fünf und zwanzigtau-

1551 sxnd Gulden, entsagte dem schmalkaldischen Bunde, der oh-nehin aufgelöst war, entrichtete funfzehntausend Gulden andas Magdeburger und Halberstädter Domcapitel als Ersatz desSchadens, der über eine Million Gulden betrug, und huldigtebefreiet von der Acht den beiden Kurfürsten, ohne in ihrerReligion bedrängt zu werden.

Obgleich der Krieg, auch bei aller Milde der Bedingun-gen, der Stadt über zwei Millionen Gulden an Kosten undSchaden verursacht hatte, so waren die Bürger doch so vollSelbstgefühls, daß, als bei der Huldigung des KurfürstenMoritz die Worte verlesen wurden: „nachdem die Stadt sichergeben", dcrSyndicus vortrat und laut sagte: „nein vertra-gen, nicht ergeben!" worauf Moritz freundlich erwiederte:„ja, vertragen, so soll's auch sein und bleiben." Die Geist-lichkeit schmahete auch ungeschcut fort aus Moritz, selbst alsdie Stadt in seinen Händen war, diese aber hatte großenRuhm von ihrem Muthe und tapfern Widerstande, weil sichan diesem zuerst des gewaltigen Kaisers Macht brach undseitdem zu sinken begann.

Nachdem Moritz hinlänglich gerüstet war und er mit demKurfürsten Joachim nochmals vergeblich die Freilassung seinesSchwiegervaters, des gefangenen Landgrafen von Hessen, ver-März langt hatte, brach er auf nach Süddeutschland. Der Kaiser,

1552 welcher den Sachsen als leichtsinnig und schwelgerisch kannte,trauete ihm einen durchdachten und kühnen Entschluß so we-nig zu, daß er Warnungen, welche ihm von mchrern Seitenzukamcn, mit der Bemerkung zurückwies, die deutschen Trunken-bolde hätten kein Geschick zu so listigen Ränken. Wirklich war