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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
Entstehung
Seite
328
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328 Buch III. Zweites Hauptstück,

geübt, Dörfer geplündert, Viehheerden weggetrieben; doch na-türlich ohne Erfolg.

Den Kurfürsten Joachim beleidigte gleich anfänglich,daß die Magdeburger als Gegenbedrückung einen märkischensehr reichen Juden überfallen und tüchtig beschützt hatten; dennso sehr sein Vater dieses Volk hasste und hart behandelte, inso hoher Gunst stand ihre Geschicklichkeit Geld zu verschaffenan dem üppigen und daher gewannen Hofe des Sohns.Eben deshalb war auch Joachim so sehr bedacht, seinem zwei-ten Sohn Friedrich, der schon zum Coadjutor seines Vetters,des Erzbischofs von Magdeburg, gewählt worden war, nachdessen Tode (1550) dieses Hochstift und das von Halbcr-stadt zu verschaffen. Die Magdeburger hatten auch Nichtsdagegen, wollten sich aber erst mit dem Kaiser und dem Dom-kapitel vergleichen. Es war eben diese Schwäche, welche denKurfürsten bewog sich der im Jahre 1551 wieder erüffnetenKirchenvcrsammlung zu Trident als gehorsamer Sohn derkatholischen Kirche zu unterwerfen, wodurch er das Palliumfür seinen Sohn Friedrich vom Papste erhielt.

Endlich schlossen die Kurfürsten von Sachsen und Bran-denburg die geächtete Stadt förmlich ein. Obgleich diese vier-zigtausend Einwohner und sechstausend vom Lande Geflüch-tete in ihren Mauern und nur dreitausend Söldner hatte,rechnete sie dennoch nicht allein auf keine auswärtige Hülfe,sondern tröstete noch die Protestanten mit Zuversicht. DerKaiser ernannte den Kurfürsten Moritz zum obersten Voll-strecker der Acht und gab zur Bezwingung Magdeburgs einenTheil des Geldes, welches gegen die Türken gesammelt wor-1550 den war. Seit dem October 1550 wurde die Stadt vonzwanzigtausend Mann eng eingeschlossen, und da schwerlich aneine Erstürmung derselben gedacht werden konnte, so kam esnur zu zahlreichen und heftigen Gefechten. So zog sich dieseAngelegenheit hin, während der aufmerksame und schlaueMoritz Gelegenheit genug hatte seine, des Kaisers und derProtestanten Angelegenheiten klar zu durchschauen. Einerseitshatte er erreicht, was er auf dem bisher eingeschlagenen Wegeerlangen konnte, und mehr war nicht zu hoffen, wohl aberwar er wie die andern ersten Reichsfürsten besorgt vor einer